„Kein schöner Land“ wurde in Israel gespielt

Auf Einladung des Cameri Theaters hat das Theater Krefeld und Mönchengladbach am 13. und 14. Dezember das Stück „Kein schöner Land“ von Lothar Kittstein und Hüseyin Michael Cirpici in Tel Aviv aufgeführt. Das Gastspiel fand im Rahmen des  8. Internationalen Hanoch Levin Festivals statt und wurde vom örtlichen Goethe-Institut unterstützt.

„Das ist wie ein Sechser im Lotto“, schwärmt Regisseur Matthias Gehrt. „Innerhalb eines Jahres wurden wir zu zwei großen internationalen Festivals eingeladen. Erst im Sommer sind wir mit der ‚Orestie‘ nach Zypern gereist, jetzt durften wir in Israel unser Stück zum Thema Flüchtlinge zeigen. Ein riesen Glück!“ Für den Schauspieldirektor lohnt es sich kaum, seine Koffer auszupacken, denn am 2. Januar fliegt er erneut nach Tel Aviv, um am Tmuna Theater „Draußen vor der Tür“ von Wolfgang Borchert zu inszenieren.

„Die Neugier auf das Ensemble aus Deutschland, das sich mit einem Stück über eines der wichtigsten Themen der Gegenwart, Flüchtlinge, präsentiert, war unglaublich groß“, erzählt Matthias Gehrt. Dass sich das deutsche Theater so selbstkritisch, selbstironisch und humorvoll damit beschäftige, hätte das israelische Publikum sehr positiv und begeistert aufgenommen. Viele Zuschauer, darunter israelische Intellektuelle und Künstler, zollten Gehrt und seinem Team viel Anerkennung für ihre  künstlerische Auseinandersetzung mit der Flüchtlingsproblematik.

Da das „Cameri 2“, in dem „Kein schöner Land“ gespielt wurde, viel kleiner ist als die Bühnen in Krefeld und Mönchengladbach, musste das Bühnenbild abgespeckt und auf das Wesentliche reduziert werden. Dafür hat Bühnenbildnerin Gabriele Trinczek eine neue Variante mit 70 Notenständern erdacht. Eine Idee, die sich auch hervorragend für die Studio-Version von „Kein schöner Land“ eignet, die ab April 2017 für insgesamt drei Vorstellungen in der Krefelder Fabrik Heeder gezeigt wird.

Dass die Gastspiele dem Schauspielensemble gut tun, weil die Künstler dadurch noch mehr zusammenwachsen, begeistert Matthias Gehrt ebenso wie die Tatsache, dass Erfindungsgeist und Improvisationtalent gefordert seien. „Wir fahren mit kleiner Besetzung. Das bedeutet ohne Techniker und ohne Ankleider, mit nur einem Beleuchter, einer Maskenbildnerin und der Inspizientin. Nach Tel Aviv sind wir mit zehn Koffern gereist, in denen wir die Kostüme und das Bühnenbild – die Notenständer – transportiert haben“, berichtet Gehrt. „Von A bis Z für alles verantwortlich zu sein und zu wissen ‚das kriegen wir hin‘, ist toll“, verrät er.

„Kein schöner Land (UA)“ ist nur noch am 11. Januar um 19.30 Uhr im Theater Mönchengladbach zu sehen. Am 19. April kommt die Studio-Version in die Krefelder Fabrik Heeder und wird dort auch am 3. Mai und 4. Juni gespielt.

Karten und Infos gibt es hier.