Die Räuber

Die Räuber

Schauspiel von Friedrich Schiller {1759 - 1805}
Inszenierung Matthias Gehrt, Bühne Gabriele Trinczek, Dramaturgie Thomas Blockhaus

Die Brüder Karl und Franz könnten unterschiedlicher nicht sein. Karl, der ältere, liebt die selbstbewusste und schöne Amalia und wird ein reiches Erbe antreten. Doch aus Verachtung für die scheinheilige Adelsgesellschaft führt er in der Ferne ein wildes Studentenleben.
Franz, der ewig zu kurz gekommene, ungeliebte Sohn des Grafen von Moor, will sich endlich holen, was ihm seiner Meinung nach zusteht: Macht, Geld und Amalia. Rücksichtslos startet er eine Intrige gegen Karl, um ihn beim Vater zu denunzieren.

Tief enttäuscht lässt sich Karl zum Anführer einer neu gegründeten Räuberbande wählen und geht mit seinen Freunden in den Untergrund. Doch ihr Kampf gegen die ungerechte Welt schlägt bald in pure Gewalt und Aggression um. Karls Losung „Tod oder Freiheit“ lässt keinen Spielraum mehr für Zwischentöne und zwingt alle Räuber bis zum Äußersten zu gehen. Erst als Karl in seine Heimat zurück kehrt, kommen die dreisten Lügen seines Bruders ans Licht und ein blutiger Rachefeldzug nimmt seinen Lauf.

Schillers aufbrausendes Erstlingswerk aus dem Jahr 1781 ist ein Klassiker des Sturm und Drang. Äußerst bühnenwirksam vereint es eine berührende Familientragödie, bösartiges Intrigenspiel und politisches Melodram.
Ein Zeitgenosse beschrieb die Premiere im Mannheimer Nationaltheater am 13. Januar 1782 mit den Worten: „Das Theater glich einem Irrenhause, rollende Augen, geballte Fäuste, stampfende Füße, heisere Aufschreie im Zuschauerraum! Fremde Menschen fielen einander schluchzend in die Arme, Frauen wankten, einer Ohnmacht nahe, zur Thüre. Es war eine allgemeine Auflösung wie im Chaos, aus dessen Nebeln eine neue Schöpfung hervorbricht! “