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Hänsel und Gretel

Hänsel und Gretel

Märchenspiel von Engelbert Humperdinck (Musik) und Adelheid Wette (Libretto)
Musikalische Leitung Diego Martin-Etxebarria, Inszenierung, Bühne und Kostüme Hinrich Horstkotte, Choreinstudierung Maria Benyumova, Dramaturgie Ulrike Aistleitner

Es war einmal… Hänsel und Gretel sind wohl das berühmteste Geschwisterpaar der Märchenliteratur, niedergeschrieben von den Gebrüdern Grimm. Von der Mutter zum Beerensammeln in den Wald geschickt, haben Hänsel und Gretel bei der einbrechenden Dunkelheit plötzlich den Weg zurück verloren und es gibt niemanden kein, der ihnen helfen könnte. Nach einem tiefen Schlaf stehen die Geschwister überraschend vor dem sagenumwobenen, verlockenden Knusperhäuschen und die Geschichte über süße Verlockung, Gewalt und Angst einerseits und dem Sieg der Kinder über das Böse andererseits nimmt ihren Lauf.

Ob als Abenteuergeschichte aus Kinderaugen betrachtet, psychoanalytisch als freudsche Metapher gelesen, als Geschichte der Initiation oder als Bild für eine gespaltene Persönlichkeit, die sich in der Dualität des Geschwisterpaares manifestiert, – Hänsel und Gretel ist auf unendlich viele Arten und für alle Altersschichten lesbar. Die Faszination der einfachen, aber packenden Figurenkonstellation ist unverwüstlich.

Passend zur Weihnachtszeit bringt der Allroundkünstler Hinrich Horstkotte (Inszenierung, Bühne und Kostüme) eine Neuinszenierung des Märchen-Klassikers auf die Bühne. Die Begeisterung für Engelbert Humperdincks spätromantische Fassung der populären Vorlage ist zu Recht ungebrochen: Mit einer Mischung aus leidenschaftlicher Dramatik und schlichten Volksweisen schafft es der Komponist, die abenteuerliche Geschichte des Geschwisterpaares in dichter Klangfarbenmalerei zu erzählen. Nicht zu unterschätzen ist die Qualität der feinsinnigen Dichtung von Adelheid Wette, der Schwester des Komponisten. Ursprünglich als private Haustheater-Aufführung geplant, fand Humperdinck bald Gefallen an der Aufgabe und verfasste schließlich ein komplexes Opernwerk, das weit über das Etikett Kinderoper hinausgeht. Am 23. Dezember 1893 durch Richard Strauss in Weimar zur Uraufführung gebracht, gelang dem Stück in wenigen Jahren ein Siegeszug über alle nationalen und internationalen Bühnen, der bis heute ungebrochen ist.

Besetzung:
Solistinnen und Solisten des Musiktheaterensembles und des Opernstudio Niederrhein
Damenchor (Einstudierung: Maria Benyumova)
Kinderchor „Theaterspatzen“ (Einstudierung: Susanne Seefing)
Statisterie des Theaters Krefeld und Mönchengladbach
Niederrheinische Sinfoniker

Vorstellungsdauer: ca. 2 Stunden 15 Minuten, eine Pause

  • Pressestimmen

    Die Knusperhexe ist der Star des Abends

    Hinrich Horstkotte bringt die Märchenoper „Hänsel und Gretel“ von Humperdinck als juxiges, dennoch kindgemäßes Lehrstück von furchtbegleiteter Entwicklung zur Selbstständigkeit auf die Bühne. (…) Bedrohlicher wirken die dunklen Lebkuchenmänner, stumme, dienstbare Geister der Hexe, die auch Hänsel und Gretel Angst einjagen. Im Spiel dürfen die Sopranistin Sophie Witte (Gretel) und der Mezzo Susanne Seefing als Hänsel ihre Rollen natürlich und fast frei von Persiflage entfalten. Die kleinen Volkslied- und Tanzszenen werden liebevoll zelebriert. Und anrührend und hochprofessionell gesungen. (…) Zum Star der Aufführung aber wird, ausgerechnet, die böse Knusperhexe. Markus Heinrich, durch Kothurne erhöht, trägt aberwitzig komische Kostüme, tritt mal als mafiöser Zauberer, mal als Parodie einer Konditorenmamsell, schließlich als Rocker-Braut in Lack und Leder auf, die sich zu ihrem Hexenritt (auf dem obligatorischen Besen) rüstet. (…) Neben den Hauptdarstellerinnen Sophie Witte und Susanne Seefing ist der Bariton Johannes Schwärsky lobend zu erwähnen, der den angeschickerten Besenbinder Peter kongenial verkörpert und die Partie gesanglich famos bewältigt. Denn eins ist klar: Diese Oper des Wagnerianers Humperdinck stellt hohe Ansprüche an die Solisten. Und ans Orchester. Der neue Kapellmeister, Diego Martín-Etxebarria aus dem baskischen Bilbao, bewies eine ruhig sortierende Hand bei der passgerechten Umsetzung des großen, zeitlos beliebten Klanggemäldes und verschaffte Humperdincks Musik stets genügend Luft zum Atmen.

    [Dirk Richerdt, Rheinische Post, 5.12.2016]