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Marlene, Judy, Marilyn - Endstation Hollywood (UA)

Marlene, Judy, Marilyn - Endstation Hollywood (UA)

Musikalisch-szenischer Abend von Roland Hüve - Musik: Cole Porter, Friedrich Hollaender u.a.
Inszenierung Roland Hüve, Musikalische Leitung Heinz Hox, Bühne und Kostüme Siegfried E. Mayer, Choreografie Victoria Bröcker, Dramaturgie Ulrike Aistleitner

Eine Garderobe im Theater. Schminktische, Kleiderständer, Requisiten. Die Luft vibriert von Erinnerungen an erfüllte und unerfüllte Sehnsüchte und an den Adrenalin-Kick, ohne den nichts geht im Showbusiness. Drei Darstellerinnen treffen ohne ersichtlichen Grund aufeinander und schlüpfen in ihre Lieblingsrollen, drei der größten Musik- und Filmlegenden des 20. Jahrhunderts: Marlene Dietrich, Judy Garland und Marilyn Monroe!

Hat das Schicksal sie zusammengeführt? Oder einfach nur die abendliche Spielverpflichtung? Was sie verbindet, ist der Moment vor ihrem letzten Konzert, was sie (eigentlich) trennt, sind die Grenzen von Zeit und Raum, die für einen Abend aufgehoben werden. Sie trinken Kaffee, erinnern sich, lachen, wetteifern, produzieren sich und provozieren einander, oder erzählen einfach nur: von Höhenflügen und tiefen Abstürzen, von Eitelkeiten und Ängsten, von Männern und Moneten. – Mal sentimental und privat, mal virtuos ihre Unsicherheit überspielend. Sehnsuchtsort Hollywood, Drogen, Make-up und das geliebt-gehasste Rampenlicht: The show must go on!

 

Als Auftragswerk für das Gemeinschaftstheater hat sich Roland Hüve, Regisseur der Erfolgsproduktion „My Fair Lady“, mit den Biografien der Superstars Marlene Dietrich, Judy Garland und Marilyn Monroe beschäftigt und daraus einen zauberhaften, kurzweiligen Abend geschaffen: Zwischen den großen Songs, die untrennbar mit den drei Diven verbunden sind, bleibt Raum für Schlaglichter auf ihre Lebensgeschichten, für emotionale Momente und Situationskomik …

Der Krefelder Musiker Heinz Hox übernimmt nicht nur die musikalische Leitung, sondern schreibt auch die Arrangements der weltberühmten Hits dieser drei Ausnahmekünstlerinnen und gehört außerdem der vierköpfigen Liveband an, die den Sängerinnen allabendlich den swingend-jazzigen roten Klangteppich ausrollt.

Liveband:
Heinz Hox (Klavier)
Marcus Bartelt (Saxophon / Klarinette / Flöte)
Nico Brandenburg (Bass)
Andy Pilger (Drumset)

Aufführungsdauer: 1 Stunde 45 Minuten – ohne Pause

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Besetzung

In einzelnen Vorstellung kann die Besetzung varieren

  • Pressestimmen

    Gelungener Blick hinter die Kulissen der Traumfabrik

    (…) Roland Hüve gelingt es, die Biografien von Marlene Dietrich, Judy Garland und Marilyn Monroe geschickt miteinander zu verknüpfen, die sich realiter zwar über den Weg gelaufen sind, aber keinen engeren Kontakt miteinander hatten, gemeinsame Erfahrungen und Erlebnisse herauszufiltern (meine Sitznachbarin konnte sich gar nicht beruhigen über den Umstand, dass offenbar alle drei mit Frank Sinatra im Bett waren) und sie auch immer wieder in den berühmten Musiknummern zusammenzubringen, anstatt diese nacheinander von nur einer der Diven singen zu lassen. (…) Die Grundsituation, die Damen in einer Garderobe aufeinandertreffen zu lassen, ist so neu natürlich nicht, aber in Hüves Stück ist diese fiktive Garderobe „aus der Zeit gefallen“. So glaubt die Dietrich sich vor ihrem letzten Konzert 1975 in Sydney, Judy Garland wähnt sich 1969 in Kopenhagen, die Monroe 1962 in New York, kurz bevor sie ihr berühmtes „Happy Birthday, Mr. President“ anstimmt. Und diese Garderobe (man hätte Ausstatter Siegfried E. Mayer einen etwas größeren Etat für Kostüme und Perücken gewünscht) ist natürlich weit mehr als ein Platz zum Kostümwechsel und Schminken, sondern ein „Rückzugsort für diese gequälten Kreaturen, die vor allem gegen ihre Angst zu kämpfen hatten“, Schauplatz auch für komische Dialoge, intime Bekenntnisse, Divengezicke, für das Sezieren der Abgründe dreier Frauen, die nicht mehr unterscheiden konnten zwischen der Privatperson und ihren Wünschen und dem Bild, das sie selber und das Publikum von ihnen entworfen hat und dem sie um jeden Preis entsprechen zu müssen meinten. (…) Ansonsten ist dies ein vor allem auch musikalisch überzeugender Abend, die Band unter Leitung von Heinz Hox, der auch die flotten Arrangements geschrieben hat, hat hohen Anteil an dessen Erfolg.

    Fazit: Ein unaufwändiger, unterhaltsamer, musikalisch wie szenisch gelungener Abend, der Lust auf mehr Dietrich, Garland und Monroe macht.

    [Thomas Tillmann, Online Musik Magazin, 13.11.2015]

     

    Ein Hauch von Glamour

    Die drei Hollywood-Ikonen des 20. Jahrhunderts Marlene Dietrich, Judy Garland und Marilyn Monroe, sind sich faktisch nie begegnet. Was wäre gewesen, wenn? Was hätten sie sich zu sagen gehabt, was womöglich anvertraut? Dieser Frage geht Autor und Regisseur Roland Hüve in der Krefelder Uraufführung nach und lässt die drei Diven in einer fiktiven, von Raum und Zeit unberührten Künstlergarderobe aufeinanderprallen. (…) Dem nahenden Ende offenen Auges entgegentretend, entlocken sich die drei Diven in der Garderobe gegenseitig ihre größten Geheimnisse und gewähren mit ihren großteils tragischen Lebensbeichten den Zuschauern einen Blick hinter die Kulissen ihrer vermeintlichen Glitzerwelt. (…) Die im Vorfeld vom musikalischen Leiter Heinz Hox neu arrangierten Songs werden hierbei von einer vierköpfigen Band im kleinen Orchestergraben virtuos begleitet. Reihenfolge der Lieder und Stückverlauf spiegeln hierbei, vielleicht nur zufällig, die Lebens- und Karrierewege der drei Damen wider: Am Anfang unterhalten sie, sind bewundernswert, aber sie berühren nicht. Erst wenn am Ende ihre gescheiterten Lebensgeschichten offen gelegt sind, sieht man die drei Diven, zugleich aber auch das Stück in einem anderen Licht. (…) Schauspielerisch lässt Susanne Seefing die verletzliche Seite hinter Marlene Dietrichs rauer Schale überzeugend aufblinken. Debra Hays zeigt die missverstandene und zu oft verletzte Norma Jean hinter der Maskerade der Kunstfigur Marilyn Monroe. Mit der gefühlvollen Ballade „I’m Thru With Love“ gehört ihr einer der emotionalsten Moemente des Abends. Gabriela Kuhns Stimme trifft am ehesten ihr Original Judy Garland. Sie verkörpert glaubhaft eine Frau, die sich lange aus den Schuhen des ewigen Kinderstars befreien musste und schließlich daran zerbrach. Am Ende des Stücks stehen die drei Damen vor einer Entscheidung: „Bleiben wir hier im sicheren Schutz der Garderobe oder gehen wir weiter?“ – wissend, dass dies ihr letzter Auftritt sein wird. Auch wenn für „Marlene, Judy, Marilyn – Endstation Hollywood“ der letzte Vorhang bestimmt noch lange nicht gefallen ist, lautet die Antwort ganz klar: „Weitergehen.“

    [Susanne Baum, Blickpunkt Musical, 06/15, Nov 2015 – Jan 2016]

     

    Marlene, Judy, Marilyn

    Wie in Düsseldorf stehen auch in Krefeld die Andrews Sisters auf der Bühne – allerdings nur für einen Song, wenn die drei Darstellerinnen in die (Armee-)Kostüme der Girl-Group schlüpfen. Ein kleines, ironisches Zwischenspiel in der von Roland Hüve klug geschriebenen und perfekt inszenierten Show, in der die drei Hollywood-Diven sich in einer die ganze Breite der Bühne füllenden Theater-Garderobe (Ausstattung: Siegfried E. Mayer) treffen und zwischen Schminktisch und Kleiderständer ihr Leben Revue passieren lassen. (…) Susanne Seefing, die Mezzosopranistin mit der Musicalausbildung, übernimmt dabei die Rolle von Deutschlands größtem Hollywoodstar Marlene Dietrich. Gabriela Kuhn leiht dem Kinder- und Musicalstar Judy Garland ihre Stimme. Und die ebenfalls zum Opernensemble des Theaters gehörende Debra Hays füllt das Sex-Idol Marilyn Monroe mit Leben.

    Begleitet von Heinz Hoxs vierköpfiger, fulminant swingender Jazzband, bringen sie mit ihrer – bei Opernsängerinnen eher ungewöhnlichen – Musicalaffinität und schauspielerischer Präzision einen Hauch von Broadway an den Niederrhein: Mit dieser wunderbaren Show könnten sie glatt große Hallen füllen – that’s Entertainment!

    [Rolf-Ruediger Hamacher, musicals – Das Musicalmagazin, Feb/März 2016]