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Pinocchio (Uraufführung)

Pinocchio (Uraufführung)

Ballett für Kinder und Erwachsene von Robert North nach Carlo Collodi, Musik von André Parfenov
Choreografie Robert North, Choreografieassistenz Sheri Cook, Komposition André Parfenov, Bühne und Kostüme Udo Hesse, Dramaturgie Regina Härtling

Ballett für Kinder und Erwachsene von Robert North nach Carlo Collodi, Musik von André Parfenov

Wer kennt nicht Pinocchio, die kecke Holzpuppe mit der langen Lügennase, die allerlei Dummheiten macht und viele Abenteuer besteht? Carlo Collodi schrieb 1880 als Fortsetzungsroman für eine Kinderzeitschrift Pinocchios Abenteuer. Die Geschichte einer Holzpuppe und schuf so eines der größten Meisterwerke der Weltliteratur.

Geppetto schnitzt aus einem Stück Pinienholz eine Puppe und nennt sie Pinocchio. Zu seinem Erstaunen wird sie lebendig! Doch kaum hat Pinocchio das Laufen gelernt, läuft er seinem ‚Vater’ auch schon davon. Er vergisst alle guten Ratschläge, lässt sich zum Faulenzen verführen und gerät auf Abwege…
Die Menschwerdung der Holzpuppe ist mit einem Lernprozess voller Emotionen verbunden: Denn erst als er Freude, Schmerz, Liebe, Trauer und Sehnsucht empfinden kann, erfüllt sich auch Pinocchios inniger Wunsch, ein richtiger Junge zu werden.

Robert North kreiert sein Pinocchio-Ballett in Zusammenarbeit mit André Parfenov, der in den vergangenen Jahren schon die Musik zu Verlorene Kinder und zur Chagall-Fantasie in Tangonacht plus … komponiert hat.
Nun inspiriert der Pinocchio-Stoff den Choreografen und Komponisten gleichermaßen zu einer witzigen, humorvollen Neuschöpfung dieses unsterblichen Märchens, die sich an der literarischen Vorlage orientiert, ausgewählte Szenen jedoch behutsam auch der heutigen Lebenswelt annähert. Dabei wird Pinocchios Geschichte – ausgehend von der kindlichen Erlebniswelt und Wahrnehmung – als poetischer Prozess des Erwachsenwerdens auf fantasievolle, spielerische und ideenreiche Weise mit den vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten des Tanzes und der Musik erzählt, die in allen Vorstellungen live erklingt.
Es spielen André Parfenov (Klavier), Juliana Münch (Violine) und Mitglieder der Niederrheinischen Sinfoniker.

 

Mit freundlicher Unterstützung durch:

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  • Pressestimmen

    Pinocchio – rundherum liebevoll

    (…) Für ihre Ballett-Adaption, deren Uraufführung auf der großen Bühne in Mönchengladbach für Begeisterung bei Jung und Alt sorgte, wählten Robert North und Komponist André Parfenov eine ganz individuelle Fokussierung. Individuell, da einerseits frei mit der Vorlage arbeitend, individuell, da auf die Ebene der Emotionen zielend, durch eine – auch musikalisch – ausgesprochen abwechslungsreiche Ästhetik. Norths Pinocchio ist eine Geschichte über das Erwachsenwerden, über Verunsicherung und Mut, Sehnsucht und Erfüllung, und nicht zuletzt rundherum liebevoll.
    Das Liebevolle – durch eine sehr feinfühlige szenische Gestaltung und detailverliebte, tänzerische, emotionale Illustration – (…) durchströmte das gesamte Werk. Man verzichtete auf kantigere Aspekte der Originalvorlage. Ohnehin geht es mehr um das Innerliche als um die äußeren Details.
    Udo Hesses Bühne und Kostüme sparen nicht an Details, ausgesprochen poetisch gestalten sich die Szenerie und die geschmackvollen Kostüme. Auf einer Empore – ähnlich einem Zirkus – postiert sich das musikalische Ensemble. Im vorderen Bereich wird einfallsreich mit multifunktional einsetzbaren Requisiten gespielt.
    Nicht minder stimmig zeigt sich auch die Lichtregie. (…)
    Paolo Franco, ideal als Pinocchio, und dessen „Vater“ Geppetto Marco A. Carlucci – um nur zwei stellvertretend für das als Gesamtes inspiriert und bis ins Kleinste gestaltend tanzende Ensemble zu nennen – belebten Norths und Sheri Cooks (Assistenz) Bewegungssprache auch diesmal mit absoluter Hingabe. Perfekt nuancierte Momente gewürzt mit Witz, auch Sanftmut und nostalgische Gefühle weckender Charme, zeichneten, auch ohne Worte verständlich, die emotionalen Tiefen und Höhen der Figuren, Ensembleszenen blühten vor pulsierender Energie.
    Natürlich bedient man sich bewährter Bausteine. (…) Parfenov, der am Flügel sein kompaktes Orchester aus Juliana Münch (Violine), Bläsern und Schlagzeug der Niederrheinischen Sinfoniker furios leitete, nutzte musikalisch ein passend breitgefächertes Vokabular: ob in Stummfilm-Manier oder zeitgenössisch filmmusikalisch, ob „russisch“ oder auch mal nach Bernstein klingend, ob am Rande des Jazz, Tango oder ambiente Untermalung – Parfenov ist ein Komponist, der sich, jeweils das Geschehen kommentierend, immer wieder eine neue Maske aufsetzt. Und gerne mal überrascht.
    Die Premiere als Ganzes erwies sich als rundum gut gefügtes Ballett, im besten Sinne. Ein Besuch kommender Aufführungen lohnt sich – sowohl für Kinder als auch für Erwachsene.
    [Christian Oscar Gazsi Laki, Rheinische Post, 24.10.2016]