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Optimistisches Zeichen: Der neue Spielplan von Januar bis Juli

Es herrschen schwierige Zeiten für die Theater in Deutschland, die seit der Corona-Pandemie und dem damit verbundenen Aussetzen des Vorstellungsbetriebs, der immer drastischeren Sitzplatzreduzierungen und stetig neuen Verordnungen so gut wie keine Planungssicherheit mehr besitzen.  Fertige Spielpläne mussten im Frühjahr komplett über Bord geworfen werden. Es galt, in einem rasanten Tempo neue Stücke zu finden, die unter Corona-Bedingungen sowohl geprobt als auch auf der Bühne gespielt werden können.

Deshalb kann auch das Theater Krefeld und Mönchengladbach unter der Leitung von Michael Grosse nur kleine Schritte gehen und sein Programm im Halbjahresrhythmus veröffentlichen.  Der Generalintendant hat jetzt mit seinem künstlerischen Leitungsteam den Spielplan für die zweite Hälfte der Saison 202/21 vorgestellt – mit neuen Inszenierungen in den Sparten Schauspiel, Musiktheater, Ballett und Konzerten der Niederrheinischen Sinfoniker. Optimistisch hoffend, dass der Spielbetrieb im Januar 2021 wieder aufgenommen werden darf.

„Wenn man uns spielen lässt, sind wir fleißig“, sagt Schauspieldirektor Matthias Gehrt mit einem Augenzwinkern und verweist auf insgesamt acht Premieren, die seine Sparte ab Januar plant, darunter drei Uraufführungen. Gleich zu Beginn des Jahres steht ein Uraufführungsprojekt zum 100. Geburtstag von Joseph Beuys auf dem Programm: Für „Beuys‘ Küche“ konnte der Performance- und Konzeptkünstler Sebastian Blasius gewonnen werden, der, wie Beuys, ebenfalls Krefelder ist. „Das wird ein niederrheinisches Nachspüren der Welt von Joseph Beuys“, so Matthias Gehrt. Er selbst wird zum Ende der Spielzeit Schillers „Wilhelm Tell“ mit aktuellen gesellschaftlichen Bezügen inszenieren. Endlich, denn es ist der mittlerweile dritte coronabedingte Anlauf.

Das Ballettensemble des Theaters arbeitet an zwei neuen Abenden mit Choreografien, die nicht nur von Ballettdirektor Robert North kreiert werden. Für „Alles neu“ und „Während wir warten“ entwickeln auch Tänzerinnen und Tänzer der Compagnie  eigene Choreografien. Die neuen Ballettabende feiern im Februar und im Mai ihre Uraufführung.

Operndirektor Andreas Wendholz hat für das Musiktheater drei neue Opernabende in Auftrag gegeben, die neben den Übernahmen aus der ersten Hälfte der Saison wie „Carmen“ oder „Don Pasquale“ ab Januar Premiere feiern. Regisseur Kobie van Rensburg hat für sein Opernpasticcio „The Plague – Die Seuche“ aus dem Repertoire englischer Barockmusik geschöpft und Kompositionen u.a. von Henry Purcell ausgewählt, die menschliche Emotionen in Extremsituationen widerspiegeln. Regisseur Francois De Carpentries begibt sich für „Welttheater Mozart“ mit den jungen Sängerinnen und Sängern des Opernstudios Niederrhein auf die Suche nach besonderen Schätzen im Werk Mozarts, die er szenisch-poetisch umsetzen wird.  „Salon Pitzelberger & Co“ ist eine Opérette bouffe in einem Akt mit Musik von Jacques Offenbach, für die Ulrich Proschka frisch getextet hat. Ursprünglich als „Herr Blumenkohl gibt sich die Ehre am…“ 1861 in Paris uraufgeführt, stellt seine Neufassung „Salon Pitzelberger & Co“ eine Adaption der satirischen Situation „versnobter Neureicher übernimmt sich kulturell“ dar.

Auch Generalmusikdirektor Mihkel Kütson und die Niederrheinischen Sinfoniker haben sich wieder neue Konzepte einfallen lassen, die sie unter den strengen Auflagen der Coronaschutzverordnungen verwirklichen können. Der Chefdirigent nimmt es als kreative Chance, Programme für einen kleineren Klangkörper zu entwickeln, denn mehr als 40 bis 50 Orchestermitglieder dürfen derzeit nicht  gemeinsam musizieren. „In jeder schwierigen Zeit gibt es auch Vorteile“, sagt er. Ein Highlight ist das 7. Sinfoniekonzert, in dem er erstmals mit vier jungen Dirigenten aus dem Dirigentenforum zusammenarbeiten wird, einem Förderprogramm des Deutschen Musikrats. Pro Dirigent werden zwei Stücke geprobt, die die jungen Künstler dann auch untereinander tauschen. Ein spannendes Unterfangen für Dirigenten und Orchester. Auch das beliebte Format „Kütsons Happy Hour“ geht in der zweiten Hälfte der Spielzeit mit zwei weiteren Ausgaben an den Start. Die 60minütigen Konzerte bieten leichter zugängliche Musik aus Barock, Klassik und Romantik und eignen sich auch hervorragend für Konzerteinsteiger.

Generalintendant Michael Grosse sieht seine Aufgabe darin, den Theaterbetrieb im Standby-Modus aufrechtzuerhalten, um jederzeit wieder starten zu können. Deshalb werde auch nichts stillgelegt oder heruntergefahren. Hinter den Kulissen wird in allen Bereichen, unter Corona-Bedingungen, alles vorbereitet, um das Repertoire ab dem Tag, an dem das Theater seine Türen wieder für Publikum öffnen darf, zeigen zu können. Zunächst ruht der Vorstellungsbetrieb noch bis einschließlich 10. Januar 2021.

Das neue Heft mit allen Premieren von Januar bis Juli und einer Übersicht über alle Vorstellungstermine ist ab sofort kostenlos als Download auf der Website des Theaters und an den Theaterkassen erhältlich. Der Vorverkauf bis Ende März 2021 hat begonnen. Die Theaterkasse in beiden Häusern ist ab sofort montags und donnerstags von jeweils 10 bis 19 Uhr wieder für den Publikumsverkehr geöffnet und weiterhin auch zu den regulären  Öffnungszeiten telefonisch und per E-Mail zu erreichen.

(Krefeld und Mönchengladbach, 3. Dezember 2020)

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