2. Sonder-Kammerkonzert 19/20

2. Sonder-Kammerkonzert 19/20

Gedenkkonzert für im KZ ermordete Komponisten - im Rahmen der "Herbstzeitlose" 2019

Im Rahmen des am 29. September eröffnenden Festivals „Die Herbstzeitlose“ (für nähere Informationen klicken Sie bitte hier) im Bunker Güdderath findet am 9. Oktober ein Gedenkkonzert für im KZ ermordete Komponisten statt. Damit auch das Krefelder Publikum diese eindrucksvolle Musik hören kann, erklingt das Konzert in Krefeld am 24. September im Glasfoyer des Theaters. Das Konzert eröffnet mit der 1943 im KZ Theresienstadt komponierten Klaviersonate von Gideon Klein. Sie überrascht mit ihrer vielfältigen Stilistik: Dem Kopfsatz im Stil des erweiterten Expressionismus folgen ein überwiegend impressionistisch-zartes Adagio und ein groteskes, scherzoartiges Allegro vivace. Das geplante Finale konnte Klein nicht mehr komponieren.

Das Streichquartett Nr. 3 op. 15 gilt als eines der besten Werke von Pavel Haas, einem Meisterschüler von Leoš Janáček. Es entstand 1937/38 und spiegelt die Bedrohung der Tschechoslowakei durch Hitler wider, die Pavel Haas hautnah miterleben musste. Kurz nach der Besetzung der Tschechoslowakei im Jahre 1939 verlor er seine Arbeitserlaubnis, seine Musik wurde verboten, im Dezember 1941 wurde er ins KZ Theresienstadt deportiert.

Leo Smit war wie viele seiner niederländischen Zeitgenossen von der französischen Musik fasziniert. Ab 1927 lebte er neun Jahre in Paris, wo er sich von Kompositionen Maurice Ravels, Darius Milhauds, Artur Honeggers u. a. inspirieren ließ. Diese Wurzeln schlagen sich deutlich in seiner Flötensonate nieder, die als einer der besten Beiträge zum Flötenrepertoire gilt. Am 27. April 1943, wenige Monate nach der Vollendung der Sonate, wurden Smit und seine Frau ins Vernichtungslager Sobibor gebracht und am 30. April 1943 ermordet.

Hans Krasa ist vor allem für seine Kinderoper „Brundibar“ bekannt, mit deren 55 Aufführungen er den Kindern im KZ Theresienstadt ein Stück Normalität ermöglichte. Im Gedenkkonzert erklingt seine letzte vollendete Komposition „Passacaglia und Fuge“, geschrieben im Sommer 1944. Am 16. Oktober 1944 wurde Krasa  mit den Komponisten Gideon Klein, Viktor Ullmann und Pavel Haas nach Auschwitz deportiert und zwei Tage später getötet.