3. Kammerkonzert 20/21

3. Kammerkonzert 20/21

Trio, Quartett, Quintett ... Blech

Unter dem Motto Trio, Quartett, Quintett … Blech machen sich die Blechbläser der Niederrheinischen Sinfoniker auf die Suche nach den Wurzeln der Kammermusik für ihre Instrumente. „Die Anfänge der Kammermusik für Blechbläser liegen eindeutig in Russland, und zwar in Sankt Petersburg.“, erzählt Soloposaunist Berten Claeys, der das Programm des 3. Kammerkonzerts zusammengestellt hat. Dort lebte und wirkte Victor Ewald. Als Cellist im Streichquartett des Musikmäzens Mitrofan Beljajew lernte er die aktuelle russische Musik seiner Zeit kennen, darunter die neuesten Werke des so genannten „Mächtigen Häufleins“ um Alexander Borodin. So wundert es wohl nicht, dass seine eigenen Blechbläserquintette einige Ähnlichkeiten mit Streicherkammermusik besitzen. Wilhelm Ramsøe wiederum, ein nach St. Petersburg übersiedelter Norweger, ließ sich von Ewald zu Blechbläserquartetten inspirieren.

Doch auch in Frankreich und Belgien entstanden wichtige Beiträge zur Kammermusik für Blechbläser. Das wohl meistgespielte Werk des Repertoires schrieb 1922 Francis Poulenc: eine Sonate für Horn, Trompete und Posaune. Dieselbe Besetzung wählte elf Jahre später Arthur Meulemans. Aber bestimmt ließ er sich nicht nur in der Instrumentenwahl von Poulencs beeinflussen. Anders als Poulenc ist Fernand Desprez als Komponist heute weitgehend vergessen. Dies ist umso bedauerlicher als Berten Claeys schwärmt: „Sein spätes Trio für Posaunen, herausgegeben 1965, ist ohne Zweifel eines der besten Kammermusikstücke, die je für dieses edle Instrument geschrieben wurden.“

Francis Poulenc (1899 – 1963) Sonate für Horn, Trompete und Posaune
Arthur Meulemans (1884 – 1966) Trio für Horn, Trompete und Posaune
Fernand Desprez (1898 – 1965) Triptyque für drei Posaunen
Wilhelm Ramsøe (1837 – 1895) Blechbläserquartett Nr. 1 op. 20
Victor Ewald (1860 – 1935) Blechbläserquintett Nr. 1 op. 5

 

Abo-Hotline
0800 / 08 01 808
Jetzt informieren!