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Beethoven: Opus 111 / Dr. Faustus / Pas de deux

Beethoven: Opus 111 / Dr. Faustus / Pas de deux

André Parfenov, Klavier / Michael Grosse, Lesung / Irene van Dijk und Alessandro Borghesani, Tanz

Dieser Beethoven-Abend vereint Musik, Literatur und Tanz und verspricht ein ebenso geistreiches wie virtuoses und sinnliches Theatererlebnis.

Beethovens letzte Klaviersonate op. 111, ein außerordentlich anspruchsvolles Werk, gibt seit jeher Rätsel auf und beschäftigte auch Thomas Mann. In seinem vielschichtigen Künstler- und Gesellschaftsroman Dr. Faustus, erschienen 1947, schildert er den Weg des jungen, begnadeten Komponisten Adrian Leverkühn, der durch einen Teufelspakt seinen eigenen Untergang heraufbeschwört. Jene Romankapitel, in denen Leverkühns Lehrer Wendell Kretzschmar Beethovens op. 111 analysiert, zählen zu den grandiosesten Musikbeschreibungen der Weltliteratur.

Thomas Mann hatte im amerikanischen Exil zahlreiche Kontakte zu Musikern und Dirigenten, doch das Gelingen der Beethoven-Kapitel verdankt er vor allem dem intensiven Gedankenaustausch mit Theodor Wiesengrund Adorno.

Beethoven, dessen 250. Geburtstag die Musikwelt in diesem Jahr feiert, wird als bewunderter Komponist und Virtuose, als unbeugsamer Kämpfer und Idealist wahrgenommen, doch er war auch ein unbequemer, einsamer, mitunter verzweifelter Mensch. Als er in den Jahren 1821/22 sein op. 111 komponierte, war er bereits vom Schicksal gezeichnet: durch Gehörverlust, den Vormundschaftsprozess um seinen Neffen Karl und dessen Selbstmordversuch, unerfüllte Liebe und enttäuschte politische Hoffnungen.

Das Tanzduett Giulietta zur sogenannten „Mondscheinsonate“ beschließt den Abend mit vielfältigen Emotionen – träumerisch, leidenschaftlich, mit einem Hauch von Melancholie.

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