Mein Kühlraum

Mein Kühlraum

Von Joël Pommerat - Aus dem Französischen von Isabelle Rivoal
Inszenierung Hüseyin Michael Cirpici, Dramaturgie Martin Vöhringer, Kostüm Sigi Colpe, Bühne Julia Scholz, Live-Musik Julia Klomfaß

Monsieur Blocq, der Besitzer eines Supermarkts, erfährt, dass er nur noch zwei Wochen zu leben hat. Da vermacht er den Laden seinen Angestellten, unter einer Bedingung: Einen Tag im Jahr muss die Belegschaft fortan dem öffentlichen Andenken seiner Person widmen.

Estelle, eine wissbegierige Träumerin und die gute Seele des Supermarkts, hat als einzige eine Idee : Ein Theaterstück über Blocqs Leben. Gesagt, getan, aber wer die Idee hatte, muss es auch machen, finden die Kollegen und halsen der stets hilfsbereiten Estelle nicht nur im Laden immer mehr Arbeit auf, sondern auch die ganze Last bei den Theaterproben. Erst als Estelle ihren rabiaten kleinen Bruder zu Hilfe holt, kann es mit den Proben weitergehen. Aber auch im Supermarkt wird es schwierig. Immer öfter müssen sich die nun bei sich selbst Angestellten verhalten wie Chefs. Während Estelle auf den Proben an der Verwirklichung ihrer Träume arbeitet, zerschellen im Laden die Träume an der Wirklichkeit.

Joël Pommerat, einer der außergewöhnlichsten zeitgenössischen Theatermacher und Theaterautoren Frankreichs, hat sich bei „Mein Kühlraum“ auch von Bertolts Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“ inspirieren lassen – und ein so fantasievolles wie politisches Theaterstück geschrieben.