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NippleJesus

NippleJesus

von Nick Hornby, Deutsch von Clara Drechsler und Harald Hellmann
Inszenierung, Bühnenkonzept Maja Delinić, Dramaturgie Isabelle Küster

Dave war Rausschmeißer. Jetzt hat er einen sehr viel anspruchsvolleren Job: Er gehört zum Aufsichtspersonal eines Kunstmuseums. Seine verantwortungsschwere Aufgabe: Er bewacht ein Kunstwerk mit dem Titel NippleJesus.

Von weitem sieht man eine Darstellung des gekreuzigten Heilands. Geht der Betrachter näher heran, zeigt sich ihm eine Vielzahl von Bildern, ausgeschnitten aus einschlägigen Magazinen. Blasphemie? Pornographie? Sexismus? Oder moderne Kunst? Das Kunstwerk heizt eine hysterische Debatte in der Stadt an und versetzt die Öffentlichkeit in Aufruhr. Und Dave, der mit Kunst bisher wenig am Hut hatte, und auch nicht der idealistischste aller Berufstätigen ist, bezieht Stellung.

Das Monodrama von Bestsellerautor Nick Hornby (u.a. High Fidelity und About a Boy) setzt sich hochkomisch und hintersinnig mit der Frage auseinander: Was ist Kunst? Und wer diagnostiziert sie?

Erlöse aus der Theateraufführung gehen an den Treehouse Trust, London, einer Stiftung zur Förderung autistischer Kinder, deren Mitbegründer Nick Hornby ist.

Besetzung

In einzelnen Vorstellung kann die Besetzung varieren

  • Pressestimmen

    Überzeugend, witzig berührend

    Für Dave Ist das Laben kein Zuckerschlecken […] Der 1.85 Meter große. 100 Kilo schwere Türsteher kündigt seinen Job und wird Wächter in einer Kunstgalerie. „Meine Gabe Ist meine Größe, und ich mache das Beste daraus“, sagt er. Seine neue berufliche Herausforderung nimmt er ernst, schließlich handelt es sich um Kunst: Das Ein-Mann-Stück „Nipple Jesus“ hatte jetzt Premiere im Kaiser-Wilhelm-Museum.[…]

    Steinbach spielt den vom Kunstbetrieb enttäuschten Wächter in der Regie von Maja Delinic überzeugend, witzig und berührend. Das Publikum ist zahlreich Im Museum. Herzhaftes Lachen und zustimmendes Raunen gehen oft ineinander über.

    [WZ Krefeld 28.03.19]

     

    Ein Jesusbild als Porno-Collage

    Das Stadttheater fragt mit dem Monolog „NippleJesus“ nach dem Sinn von Kunst.

    […]Regisseurin Maja Delinic hat den Monolog für das Stadt-theater eingerichtet, und Paul Steinbach spielt Dan auf ein-nehmende Art und Weise. Die Krefelder Premiere fand jetzt passenderweise in einem Saal des Kaiser-Wilhelm-Museums statt. Die weiteren Aufführungen werden in der Fabrik Heeder zu sehen sein. […]

    Dan ist als Figur treffend charakterisiert und dass Hornby eben nicht einen kunstsinnigen Menschen mindestens aus der gehobenen Mittelschicht zum Protagonisten gemacht hat. ist der besondere Dreh des Stücks. Dan doziert nicht über Kunst, sondern muss seinen Weg zu ihr finden – und die Zuschauer mit ihm.[…]

    Delinic hat den anregenden Abend mit viel Vertrauen für ihren Schauspieler Paul Steinbach und leichter Hand inszeniert.

    Am Ende viel Applaus für Darsteller und das Team.

    [WZ, 29. März 2019]

     

    Von der Kunst, die Kunst zu verstehen

    „Das Stück ist witzig, das Stück ist hintersinnig. Fragt es doch danach, was um Himmels willen eigentlich Kunst ist – und wer das bestimmt. Und Paul Steinbach ist wahnsinnig authentisch in der Rolle des ungebildeten Dave, der zufällig in die Welt der Kunst gerät. Er nimmt seinen Job ernst, ist durchaus bereit, sich mit der ihn umgebenden Kunst auseinander zu setzen. Er ist in der Lage, seine Meinung zu revidieren. Und er ist zutiefst menschlich und aufrichtig – auf seine etwas unbeholfene, aber doch so liebenswürdige Art. Ein Mann, der nichts richtig Vernünftiges gelernt hat, dessen Gabe allein seine Körpergröße ist, gerät in eine Welt, in der – nach seiner Erkenntnis – letztlich alle verrückt sind. Außer er selbst vielleicht. Großartig, Paul Steinbach!“

    [RHEINISCHE POST, 8. Mai 2018]