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The Plague (Die Seuche)

The Plague (Die Seuche)

Opernpasticcio in einer virtuellen Realität von Kobie van Rensburg - Musik von Henry Purcell - als Video on Demand und als DVD
Musikalische Leitung Yorgos Ziavras, Konzeption, Ausstattung und Gesamtregie Kobie van Rensburg, Dramaturgie Ulrike Aistleitner

 

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Mit der Verlegung des Opernpasticcios The Plague von der Bühne in eine virtuelle Realität verharrt das Theater Krefeld Mönchengladbach nicht länger in einer abwartenden Defensive sondern wagt einen mutigen Schritt nach vorne. Für diese neuartige filmische Umsetzung werden die Sängerinnen und Sänger im Bluescreen-Verfahren gefilmt und von Kobie van Rensburg digital in ein aufwändig hergestelltes, virtuelles Phantasie-England des 17. Jahrhunderts transferiert. Die so entstehenden Szenen schildern in eindrücklichen, animierten schwarz-weiß Bildern eine Pest-Geschichte von Angst, Sehnsucht, Trauer, Wut, und Hoffnung gespickt mit schwarzem Humor und Situationskomik – und sind außerdem noch völlig „corona-sicher“, da Nähe und Distanz in der virtuellen Welt keine Rolle im realistischen Sinn mehr spielen. Es entsteht eine völlig neue Art von Opernfilm: alte Musik und neue Umsetzung verschmelzen kongenial miteinander und ziehen den Zuschauer vor dem Bildschirm in den Bann.

Pest, Cholera, die spanische Grippe, Ebola – in der Geschichte gab es immer wieder große Seuchen, die Menschen in Extremsituationen gebracht haben. Der englische Dichter Daniel Defoe (Robinson Crusoe) beschreibt in seiner Chronik Die Pest zu London (1722) den Verlauf einer Pestepidemie, die London fünfzig Jahre früher heimgesucht hatte. Seine Schilderungen muten im Jahr 2021 geradezu aktuell an und rücken menschliche Isolation, Depression und den Tod ins Blickfeld.

Kobie van Rensburg hat Stücke aus dem reichen Repertoire Henry Purcells ausgewählt (ergänzt durch Werke anderer englischer Barockkomponisten), die auf der Folie von Defoes Setting menschliche Emotionen in Extremerfahrungen widerspiegeln. Das italienische Wort „Pasticcio“ bedeutet ursprünglich „Pastete“ – im Musikbereich meint man damit eine gängige Musiktheaterform der Barockzeit, in der Ouvertüren, Arien, Duette und Ensembles zu einem neuen Werk zusammengestellt werden.

Niederrheinische Sinfoniker: Violine 1: María del Mar Vargas Amezcua, Violine 2: Johanna Brinkmann, Viola: Martin Börner, Violoncello: Konrad Philipp, Kontrabass: Klaus Schneider, Schlagwerk: Carsten Didjurgis

Laute: Andreas Nachtsheim, Cembalo: Yorgos Ziavras, Orgel: Avishay Shalom

Das Filmprojekt The Plague – Opernpasticcio in einer virtuellen Realität wird großzügig unterstützt von der Gesellschaft der Freunde des Krefelder Theaters e.V. und den Freunden des Theaters in Mönchengladbach e.V.

Weitere Infos zu „The Plague (Die Seuche)“:

Audio-Rezension Dlf – Kultur heute: „Eine sehr kreative Idee aus Krefeld Mönchengladbach.“

„Oper wie ein Computerspiel“ – Vorbericht der Westdeutschen Zeitung

„Opernbühne wird zum Filmstudio“ – Vorbericht der Rheinischen Post

Interview mit Regisseur Kobie van Rensburg und Einblicke in die filmische Umsetzung

Interview mit Yorgos Ziavras und Ausschnitte der musikalischen Proben

Interview mit Susanne Seefing und erste Szenenausschnitte

Audio-Interview mit Kobie van Rensburg „Pest ist immer“ – O-Ton Kulturmagazin

WDR 5: Bericht über „The Plague (Die Seuche)“

  • Pressestimmen

    The Plague

    (…) Kobie van Rensburg erzählt das ruhig, klar und mit der nötigen Distanz. (…) Rein optisch ist das alles eigentlich gar nicht aufregend. Aber das Timing, die Spätrenaissance-Hintergründe und -Kostüme sind stimmig, das Ensemble wird souverän geführt. Der Umgang mit der englischen Sprache ist herausragend, sowohl im Ausdruck als auch in der Versinnlichung des Lautspektrums. Es wird großartig musiziert. Die kleine Streicher- und Schlagwerkgruppe der Niederrheinischen Sinfoniker hat beglückend mit den externen Spezialisten an Laute und Orgel zusammengefunden. Und Yorgos Ziavras, der selbst auch Cembalo spielt, organisiert einen nie langweiligen, rhythmisch akzentuierten, ungeheuer farbreichen Klang. Auch das Sängerensemble ist zu preisen, sämtlich urgesunde Stimmen mit organischem Sitz und vielen Ausdrucksnuancen. Hervorzuheben ist vielleicht die dem Haus seit vielen Jahren verbundene Susanne Seefing, hier einmal mehr als mitreißend authentisches, dabei stets kultiviert singendes Ausdrucksmonster unterwegs. Dazu zwei fast unerhört schöne junge Stimmen aus dem Opernstudio: Die Mezzosopranistin Boshana Milkov und der Bariton Guillem Batllori. (…) Die Anstrengung hat sich sehr gelohnt. Nicht weil alles musikalisch exakt ist, weil die mit feinen ironischen und witzigen Akzenten wuchernde visuelle Phantasie erfreut oder der professionell produzierte Film nur momentweise ein wenig synthetisch wirkt. „The Plague“ lebt von einem großen Antagonismus. Einerseits wird schlagend vorgeführt, was eine Seuche, eine Pandemie vor allem erzeugt, wenn sie nicht erfolgreich bekämpft werden kann: existenzielles Leid. Dem gibt die Produktion den notwendigen Raum. Und setzt ihm gleichzeitig bewusst – und erfolgreich – etwas entgegen, nämlich die Spiel-, Musizier- und Lebensfreude aller Beteiligten. Insofern ist „The Plague“ fast ein „Modellprojekt“ für das, was ein Theater in diesen nicht nur für die Theater schlimmen Zeiten leisten kann. [Andreas Falentin, Die Deutsche Bühne, 2.4.2021]

     

    Bewegender Soundtrack der Epidemie

    Eine Kammerorchesterbesetzung unter Leitung von Yorgos Ziavras und die Sängercrew nutzen die Gelegenheit ausgiebig. Susanne Seefing färbt ihren Mezzosopran in eleganten Molltönen ein bei der berückend schönen Klage der Dido „When I am Laid Down in Earth“ und gibt lustvoll, mit laszivem Blick die lebensdralle Wirtin. Matthias Wippich bringt seine schön getönte Bassstimme zum Leuchten, wenn der den dubiosen „Heiler“ oder den von Todesangst Gepeinigten mimt. Auch darstellerisch ist er ein Brillant. Gänsehaut löst Boshana Milkov mit ihrem Lamento am Totenbett ihres Babys aus. Und der berühmte Klagegesang „O let me weep“ aus Purcells „Fairy Queen“ ist mit Chelsea Kolic‘ silbrig perlendem Sopran berückend schön. Die Sopranistinnen Antigoni Chalkia und Maya Blaustein singen makellos, ebenso die Tenöre Woongyi Lee und Robin Grunwald (der als ausgelassener Zecher eine kleine Dosis Dreck auf seinen Gesang streut). Guillem Batlloris Bariton gefällt vor allem in den weichen tiefen Lagen. [Petra Diederichs, Rheinische Post, 6.4.2021]

     

    Virtuelle Reise in die Zeit der Pest

    (…) Mit einer herzzerreißenden Klage trauert die Mutter (Boshana Milkov) an der leeren Wiege. Dies gehört zu den eindringlichsten Szenen. (…) Die Musik, die von Mitgliedern der Niederrheinischen Sinfoniker unter der einfühlsamen Leitung von Yorgos Ziavras ganz wunderbar interpretiert wird, berührt zutiefst. Auch wenn die Künstlichkeit der vielen Copmputeranimationen für eine gewisse Distanz sorgt, schafft das fabelhaft agierende Ensemble ein Gegengewicht. Neben den bereits erwähnten Darstellern beeindrucken die Sopranistinnen Chelsea Kolic, Antigoni Chalkia und Maya Blaustein sowie die beiden Tenöre Woongyi Lee und Robin Grunwald. (…) Insgesamt ein gelungenes Experiment. Ein schönes Beispiel dafür, dass in der Krise etwas ganz Neues entstehen kann. [Michaela Plattenteich, Westdeutsche Zeitung, 6.4.2021]

     

    Eine ganz besondere Opernproduktion in einer ganz besonderen Zeit

    (…) Die rund 68 Minuten vergehen bei dieser Produktion wie im Fluge und durch seine ganz besondere Eigenart als reine Filmproduktion, hebt sich The Plague wohltuend von anderen Streamingangeboten ab. Hier sind die 10 Euro sehr gut investiert und der Film ist jedem Opernfreund wärmstens ans Herz zu legen. Nach Sichtung des Online-Streams ist die DVD bereits bestellt um eine solch gelungen Produktion auch in einigen Jahren erneut genießen zu können. [Markus Lamers, Der Opernfreund, 2.4.2021]

     

    Krisenflucht vor der Folie des barock-virtuellen Opernpasticcios „The Plague“

    (…) Das Ergebnis ist ein überaus erfrischender Impuls abseits schließbedingter Verlegenheitslösungen. (…) Das Ergebnis: eine artifizielle und bis zu einem gewissen Grad doch auch realistische Ästhetik am Reibungspunkt von Statik und Dynamik, gehalten in postmoderner Schwarz-Weiß-Optik. (…) Dass im (auch filmischen) Spiel mit den Perspektiven immer wieder assoziative Brücken zur Gegenwart aufscheinen, van Rensburg aber nicht der Versuchung erliegt, diese in platten Bildern zu servieren, ist ein großer Verdienst der Produktion. (…) Ohne ein tragfähiges Ensemble bliebe nicht viel mehr als eine schöne Idee auf dem Papier. Doch auch hier agiert das Haus auf hohem Niveau. Die Meisterschaft der barocken Emotionsskala gebührt dabei klar den Damen: Wie Maya Blausteins Selbstgeißelung zu einem nuancierten Affekt des Wahnsinns gerät, wie Susanne Seefing feine Zynik aufblitzen lässt und Chelsea Kolic ein herzzerreißendes Lamento anstimmt, ist große Opernkunst für den kleinen Bildschirm. Alte Musik in emotionaler Reinkultur, die von einem Instrumentalensemble unter Yorgos Ziavras zwischen pastoraler Idylle, koketter Hybris und trostloser Wehklage rhythmisch pointiert illustriert wird. [Florian Maier, orpheus, April 2021]

     

    Perfekte Filmillusion

    (…) Vor dem Auge des Zuschauers eröffnet sich eine düstere Kulisse des alten Englands, wirklichkeitsnah und dennoch als künstlich animiert erkennbar, ähnlich wie bei einem Videospiel, aber mit der Ausstrahlung eines klassischen Horrorfilms aus der Schwarz-weiß-Ära. (…) Kobie van Rensburg hat die Spielszenen so stimmig mit den ursprünglich fremden Arien unterlegt, dass der Eindruck entsteht, der Film zeige tatsächlich ein originales Opernwerk. Zumal die Klangqualität hervorragend ist. Die Niederrheinischen Sinfoniker intonieren die barocken Stücke, die Sänger des Musiktheaterensembles und des Opernstudios haben die Arien eingesungen und spielten sie vor der Kamera ausdrucksstark. [Ernst Müller, Extra-Tipp, 11.4.2021]

     

    Die Plage aus heutiger Sicht

    (…) Inspiriert von Defoes Buch hatte der Opernregisseur Kobie van Rensburg während der langen Lockdown-Wochen die großartige Idee, diese Parallelen in dem einstündigen Opernfilm «The Plague» zu thematisieren. Obwohl er für dieses Pasticcio vorrangig aus den Werken Henry Purcells Gesangsstücke entnimmt, funktionieren diese hervorragend in ihrem neuen Kontext. (…) Die Präsentationsform, die sich der Südafrikaner laut eigener Aussage selbst beigebracht hat, wirkt wie geschaffen für eine Zeit, in der selbst den Akteuren auf der Bühne eine physische Distanz abverlangt wird. (…) «The Plague» zählt sicherlich zu den außergewöhnlichsten Ergebnissen, die das künstlerische Schaffen auf dem Gebiet der Oper während der Pandemie bislang hervorgebracht hat. [Stephan Burianek, opern.news, 26. Apr 2021]

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