Musiktheater, Extras

Festliche Operngala 2022/23

Mord und Totschlag! Leitung Besetzung

Derzeit keine aktuellen Vorstellungstermine.

Nur allzu oft spitzen sich in Opernhandlungen die Konflikte derart zu, dass am Ende Tote zu beklagen sind. Heldinnen und Helden werden erstochen, erschlagen, vergiftet, erschossen und auf vielerlei andere Art ins Jenseits befördert. Aber zahlreiche Opern finden auch ein Ende durch den Selbstmord einer Hauptfigur. Inspiriert haben solche Szenen Komponisten aller Epochen und so wird die Operngala Mord und Totschlag ein breites Spektrum an Sterbeszenen präsentieren. Arien und Szenen u.a. aus Opern von Bellini, Donizetti, Verdi, Puccini oder Giordano werden in einem Programm präsentiert, bei dem das Publikum eines nicht vergessen sollte: Taschentücher! Denn Tränen der Rührung werden nicht ausgeschlossen!

Zu hören sein werden Ausschnitte aus den Opern Die Macht des Schicksals (G. Verdi), Die Belagerung von Korinth (G. Rossini), Don Carlo (G. Verdi), Hänsel und Gretel (E. Humperdinck), Sapho (Ch. Gounod), Lucia di Lammermoor (G. Donizetti), La Gioconda (A. Ponchielli), Der Bajazzo (R. Leoncavallo), Maria Stuarda (G. Donizetti), Carmen (G. Bizet), Rigoletto (G. Verdi), Eugen Onegin (P. Tschaikowsky), André Chenier (U. Giordano), Der Mantel (G. Puccini), Turandot (G. Puccini) und Norma (V. Bellini).

Mitwirkende der Operngala werden die Ensemblemitglieder des Musiktheaters und des Opernstudio Niederrhein sowie der Opernchor sein. Die Niederrheinischen Sinfoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektor Mihkel Kütson bereiten den Klangteppich für die dramatischen Szenen, Generalintendant Michael Grosse übernimmt die Moderation.

Freuen Sie sich unter anderem auf Konzertante Szenen aus:

Hänsel und Gretel
Engelbert Humperdinck / „Auf‘, wach‘ auf mein Jüngelchen…“ / Szene Hexe, Hänsel und Gretel / Indre Pelakauskaite, Kejti Karaj und Markus Heinrich
Carmen
Georges Bizet / „C‘est toi? – C’est moi!“ / Finalszene Carmen, Don José / Eva Maria Günschmann, Jason Kim und dem Opernchor
Don Carlo
Giuseppe Verdi / „Son io, mio Carlo…“ / Posas Tod / Rafael Bruck
Rigoletto
Giuseppe Verdi / „Chi è mai – Mia figlia“ / Duett Gilda, Rigoletto / Sofia Poulopoulou und Johannes Schwärsky
Maria Stuarda
Gaetano Donizetti / „Vedeste? – Vedemmo. Oh truce apprato“ / Der Opernchor
Lucia di Lammermoor
Gaetano Donizetti / „Fra poco me ricovero“ / Arie des Edgardo / Woongyi Lee

Das schreibt die Presse

Heide Oehmen, Rheinische Post, 05.12.2022

Die schon traditionelle Operngala des Theaters zeigt wieder einmal die Qualität der Sängerinnen und Sänger des Ensembles.

In diesem Jahr gab es im Vorfeld der Operngala einige Irritationen – erst erkrankte einer der vorgesehenen Tenöre, dann musste auch noch Publikumsliebling Sophie Witte krankheitsbedingt absagen. Doch dank der weitreichenden Kontakte von Operndirektor Andreas Wendholz fand sich erstklassiger Ersatz: Die griechische Sopranistin Sofia Poulopoulou und der aus Südkorea stammende Tenor Jason Kim retteten den Abend. Auch konnte – bis auf eine völlig unbekannte Arie – das vorgesehene Programm bleiben, was den „Rettern“ dankbaren Applaus bescherte.

Generalintendant Michael Grosse hatte wiederum die launige Moderation übernommen und vergaß auch nicht, Oberbürgermeister Franz Meyer und einige Herren aus dem Kulturbereich der Stadtverwaltung zu begrüßen. Dem Publikum wünschte er „schaurig-schöne Unterhaltung“, denn die Thematik lautete diesmal „Mord und Totschlag im Theater.“

Dass Todgeweihte in Opern manchmal noch sehr lange singen können, zeigte Rafael Bruck in der Rolle des Posa aus Giuseppe Verdis „Don Carlo“. Voller Trauer und teils mit beschwörenden Worten nimmt Posa Abschied von seinem Freund Carlo, und der Bariton tat dies mit differenzierter Strahlkraft und eindrucksvoller Intensität. Eva Maria Günschmann lieh ihren vollmundigen, weich fließenden Mezzosopran der Dichterin Sapho („Sapho“ von Charles Gounod), die in den letzten Momenten vor ihrem Freitod Abschied von ihrer „unsterblichen Lyra“, die sie immer begleitet hatte, nimmt. Die Handlung ist der griechischen Antike entlehnt. Woongyi Lee überzeugte wieder einmal rückhaltlos mit seinem leuchtenden, flexiblen Tenor, hier als Edgardo („Lucia di Lammermoor“ Donizetti).

Sofia Poulopoulou als sterbende, ihren verzweifelten Vater Rigoletto (Johannes Schwärsky) um Verzeihung bittende Gilda rührten mit ihrem bewegenden, stimmlich makellosen Vortrag ans Herz, und Eva Maria Günschmann als mutig dem Tod ins Auge sehende Carmen, die ihren um Liebe bettelnden Don José (großartig: Jason Kim) verschmäht, rissen die Zuhörer zu Beifallsstürmen hin. Ingegjerd Bagoien Moe war mit ausdrucksstarkem und blühendem Sopran die Maddalena, die in Umberto Giordanos Oper „André Chénier“ mit ihrem Geliebten in den Tod geht. Johannes Schwärsky überzeugte als eifersüchtiger, seiner Frau nach dem Leben trachtender Michele („Der Mantel“ von Giacomo Puccini).

Gespannt war das Publikum besonders auf die neuen Mitglieder des Opernstudios. Indre Pelakauskaite als Gretel und Kejti Karaj in der Rolle des Hänsel beförderten mit munterem Spiel und beachtlichen Sopran-beziehungsweise Mezzosopran-Qualitäten die Hexe (Markus Heinrich) in den Ofen. Die Duellszene aus „Eugen Onegin“ hatte mit Jakob Kleinschrot (Lenski) und Miha Brkinjac (Onegin) vollgültige, Tschaikowskys lyrische Klänge wohlig auskostende Interpreten. Hayk Deinyan war der strenge Sekundant.

Der Opernchor des Theaters (Einstudierung Michael Preiser) hatte sein einziges, wohlgelungenes Solo mit einem Chor aus Donizettis „Maria Stuarda“, war aber ebenso präsent und voller fein abgestimmter Intensität in Szene und Duett aus dem „Bajazzo“ (gemeinsam mit den beiden Gästen Kim und Poulopoulou) und dem Finale aus Bellinis „Norma“ – hier waren Ingegjerd Bagoien Moe, Jason Kim und Hayk Deinyan die trefflichen Solisten. Wesentlichen Anteil am Gelingen der Gala hatten die „Niederrheinischen Sinfoniker“, schwungvoll und achtsam geleitet von ihrem Generalmusikdirektor Mihkel Kütson. Sie eröffneten den Abend mit einer detailgenau ausgeleuchteten Ouvertüre zu „Die Macht des Schicksals“ von Giuseppe Verdi und waren ansonsten den Vokalisten einfühlsame, dabei ein vielfältiges Klangspektrum bietende Begleiter. Mit einem Ausschnitt aus Verdis „Maskenball“ verabschiedeten die Künstlerinnen und Künstler ihre Gäste.

Christian Oscar Gazsi Laki, Westdeutsche Zeitung, 05.12.2022

Ein Abend, der beweist, wie viel Potenzial in der Musiktheatersparte schlummert – Bravo!

Im Theater Krefeld wurde es blutig und kriminell. Ist es in der wirklichen Wirklichkeit das Gegenteil, so wäre es in der Welt der Oper halb so schön, gäbe es sie nicht: Mord und Totschlag. Nirgends – vielleicht außer beim Tatort im Fernsehen – darf man sich ungeniert auf das schrecklichste Verbrechen freuen, das es in der Welt gibt, jemandem das Leben nehmen. Und das ist auch gut so, denn im Rahmen der in Musik gefassten Kunst wirken die Morde, das Leid, die übergroße Tragik, die Tränen und das bitterböse Ende mehr wie ein reinigendes Gewitter für die Seele des Zuschauers. Das Durchleiden, Mitleiden mit den auf der Bühne stehenden Figuren, der innere Groll auf den Mörder, das Mitfühlen mit dem Opfer, manchmal auch die erlösende Gerechtigkeit am Ende – man denke nur beispielhaft an Don Giovanni, den mordenden und vergewaltigenden Psychopathen, der schließlich dicke zu bezahlen hat – haben eine kraftvolle Wirkung.

Die Operngala am Theater Krefeld, mit viel Sinn für opernhafte Klanggebung geleitet von Mihkel Kütson und begleitet von den Niederrheinischen Sinfonikern, widmete sich einer durchaus breitgefächerten Auswahl an Szenen, in denen auf diese oder jene Weise genau das oben Beschriebene passiert. Ohne Don Giovanni oder Mozart überhaupt, aber dafür mit viel italienischer Opernkunst ergänzt um reizvolle Ausflüge in andere Gefilde (Gounod, Bizet oder auch Tschaikowsky) gelang garniert mit charmant-humorigen Moderationen des Generalintendanten Michael Grosse ein gelungener Abend mit beachtlicher Gesangskunst. Neben am Haus bekannten Ensemblemitgliedern, die erneut auf jeweils bewährte Art feinste Kostproben ihrer Interpretationsgabe präsentierten (Rafael Bruck, Markus Heinrich, Eva Maria Günschmann, Woongyi Lee, Hayk Deinyan) gab es regelrecht sensationelle Überraschungen.

Aus Krankheitsgründen kam es zu Umbesetzungen und so sprang Sopranistin Sofia Poulopoulou ein. Entzückte durchweg mit einer überragend kultivierten Stimme und insbesondere in der Arie der Liu (Puccini, „Turandot“) sorgte sie für einen der dichtesten, vor emotionaler Tiefe flirrenden, Momente des Abends. Hier glänzten die Sinfoniker, wie auch an anderer Stelle, mit einer ausgesprochen raffinierten Feinfühligkeit. Scheuten sie auch in anderen Stücken bisweilen nicht die berstende Kraft, die manche Opernszene braucht, um die nötige Temperatur für das regelrechte Höllenfeuer liefern zu können, die es gerade doch bei Mordszenen braucht. Auch im Duett überzeugte Poulopoulou mit Johannes Schwärsky aus dem Ensemble, der mit seiner perfekt positionierten Stimme sich immer jenen interpretatorischen Freiraum ersingt, den man für eine sinnige Formung und die Bedeutung auch begreifende Durchdringung seiner Figuren braucht.

Jason Kim, der ebenfalls als Ersatz engagiert worden war, ist ein Tenor mit stählern starker Stimme, einer Kraft, die im doch recht kleinen Haus in Krefeld fast etwas überzogen wirkte. Da sitzt alles, es knallt gehörig, aber stimmig! Ingegjerd Bagøien Moe singt aktuell die Senta im Mönchengladbacher „Holländer“ und auch sie entzückte mit besonderen Akzenten, wie im Finale von „Norma“, bei dem auch der Opernchor sich von seiner besten Seite zeigen durfte. Jener, einstudiert von Michael Preiser, konnte fallweise immer wieder seine Kunst präsentieren. Großes Lob gilt auch den jungen Sängerinnen und Sängern vom Opernstudio, Indre Pelakauskaite, Kejti Karaj, Jakob Kleinschrot, Miha Brkinjač, die mit ihrer frischen stimmlichen Qualität für reizvolle Abwechslung in der Musiktheatersparte sorgen werden und jetzt schon sorgen.

Ein Abend, der beweist, wie viel Potenzial in der Musiktheatersparte schlummert – bravo, auch an Operndirektor Andreas Wendholz. Vor der Zugabe ließ es sich übrigens Oberbürgermeister Frank Meyer nicht nehmen, Blumen an die Künstler zu verteilen – eine schöne Geste.

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