Extras, Musiktheater
Leon Weintraub – Zeitzeuge gegen das Vergessen
Ausstellungs-Eröffnung // Teil des Begleitprogramms zur Inszenierung "Die Passagierin"
13. April 2025
LEON WEINTRAUB
Geboren 1926 in Lodz/Polen, zunächst ins Ghetto Litzmannstadt umgesiedelt, dann nach Auschwitz Birkenau deportiert. Dort entkommt er mit einem Häftlingstransport zunächst in ein Außenlager des
KZ Groß Rosen. Später folgen die Konzentrationslager Flossenbürg und Natzweiler Struthof. Bei der Befreiung wiegt er nur noch 35 Kilo. Dr. Leon Weintraub tritt heute als Zeitzeuge vor allem vor Schülern und Studenten auf. Sein Motto: „Das Schlimmste ist das Vergessen.”
SO FUNKTIONIERT DIE AUSSTELLUNG
In biographischen Stationen werden die „inneren Erinnerungsbilder“ des Zeitzeugen Leon Weintraub und somit auch die Strukturen des NS Unrechtssystems in einer reduzierten, buchstäblich greifbaren Zeichensprache sichtbar gemacht. Eine solche biographische Aufarbeitung des nationalsozialistischen Gedankenguts mit Mitteln des Films und einer personenbezogenen Ausstellung hat es bisher in der Bundesrepublik noch nicht gegeben. Erinnern heißt Vergegenwärtigen. Wir sind sicher, dass diese Ausstellung und der Film dazu beitragen.
Sieben Stationen stehen mit ihren symbolhaften, haptisch fühlbaren Artefakten für einzelne,
einschneidende Lebensstationen von Leon Weintraub. Als „innere Erinnerungsbilder“ werden
künstlerisch aufbereitete Artefakte verwendet, alles Originale der 30er und 40er Jahre (nicht
aus dem Lager und KZ Alltag), nur bei dem Schild handelt es sich um eine Reproduktion.
An jeder einzelnen Station ist ein Soundmodul mit Bewegungssensor befestigt, aus dem die Stimme Leon Weintraubs dringt, sobald sich der Betrachter 50 cm entfernt von der Station befindet.