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Lesung des Krimitextes „Blutiger Ferragosto“

19. Juni 2026

Vorstellungen

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Im Anschluss an die Vorstellung der Oper Der Bajazzo am 19. Juni haben die Besucherinnen und Besucher mit einer gültigen Opern-Eintrittskarte des 19. Juni die Möglichkeit, als Nachspiel auch noch die Krimilesung “Blutiger Ferragosto” zu erleben. Diese fiktive Fallgeschichte entstammt Dieter Zöchlings phantasievollem und unterhaltsamen Buch Freispruch für Tosca, Jago soll hängen aus dem Jahr 1986. „Blutiger Ferragosto“ ist ein fiktiver Kriminalfall, der sich auf die Oper Der Bajazzo von Ruggero Leoncavallo bezieht. Es handelt sich um einen „Opern-Krimi“ oder eine fiktive juristische Aufarbeitung einer Opernhandlung. Zöchling spinnt die Handlung von Der Bajazzo weiter, in der es um eine Eifersuchtstragödie im Milieu einer umherziehenden Komödiantentruppe geht. Der Titel „Blutiger Ferragosto“ deutet auf den blutigen Höhepunkt der Oper am italienischen Feiertag Ferragosto (15. August) hin, an dem Canio seine Frau Nedda und deren Liebhaber Silvio auf offener Bühne ersticht.

Der Eintritt zur Lesung von Michael Grosse ist frei, Interessierte werden gebeten, sich vorab eine Zählkarte an der Theaterkasse zu holen.

Hier der Pressetext zum Buch: Opernfreunde wissen, was im Stück geschieht, selbst wenn manchmal die Handlung recht nebensächlich und die Musik alles sein sollte. Doch stellt man sich nicht gelegentlich die Frage: Was könnte nach dem letzten Takt, nach dem Fallen des Schlussvorhangs passieren? Was wird zum Beispiel aus Don Pizarro, der den armen Florestan jahrelang eingesperrt hat und ihn dann noch eigenhändig erdolchen wollte? Und war es überhaupt so, dass Florestan wirklich schuldlos im Kerker gesessen hat? Gab es eine Gerichtsverhandlung, in der alles geklärt wurde? — Oder: Carmen endet mit der Festnahme des eifersüchtigen Don Jose, aber was geschah später mit ihm? – Musste der schlaue Gianni Schicchi für seinen Testamentsbetrug büßen, nachdem er am Ende der Oper das Publikum schon um »mildernde Umstände« gebeten hat? — Ist der Erzschurke Jago ungeschoren davongekommen, nachdem er durch seine Intrige den naiven Mohren Othello und dessen allzu blonde Gemahlin ins Unglück gestürzt hat? – Und falls Tosca ihren Sturz von der Engelsburg überlebt haben sollte (damals wuchs ja noch genügend Gesträuch rundherum), musste sie sich für ihren Mord an Scarpia verantworten?

Solche und viele andere Geschichten verschweigen uns die Librettisten – doch den Gedanken eines sachkundigen Autors sind keine Grenzen gesetzt, und dieses Buch versucht in neuartiger Weise, die bekannten Geschichten fortzusetzen, die Personen und Tatbestände aus der Perspektive des Gerichtssaales zu betrachten und dabei neue Einblicke zu gewinnen. Der Phantasie wird nur dort Mäßigung auferlegt wo es einen historischen Hintergrund gibt – er wird natürlich nicht vernachlässigt! So gesehen wird das Buch nicht nur Musikfreunden Anregung und Vergnügen bereiten. Bürge dafür ist vor allem der Autor Dieter Zöchling, Jurist und einer der besten Kenner der internationalen Opernszene.

Freispruch für Tosca – Jago soll hängen ist ein anregendes, informatives und unterhaltsames, völlig neue Aspekte eröffnendes Buch für jeden Theaterfreund, für alle Opernhabitues und für diejenigen, die gerade beginnen, Zugang zur klingenden Wunderwelt der Oper zu finden.

Dieter ZÖCHLING, Mag. jur., geb. am 20. 7.1937 in Linz/Donau, seit 1940 in Wien lebend; 1955 Gymnasialabschluss (humanistische Richtung), 1960 Abschluss des juristischen Studiums an der Universität Wien; 1963 bis 1967 Strafrichter, seit 1967 Staatsanwalt in Wien, zeitweise Eisenstadt. Verheiratet, eine Tochter, ein Pflegesohn.

Weitere Publikationen: »Urteile in Strafsachen«, 1974, »Schriftsätze – Urteile – Rechtsmittel«, 1983, »Die Oper«, 1981, »Richard Wagner – Alle Libretti« (biblioph.), 1982, »Opernhäuser«, 1983, »Operette«, 1985.