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Musiktheater

Liebe, Mord und Adelspflichten (A Gentleman’s Guide to Love and Murder)

Musical Comedy in zwei Akten // Buch und Gesangstexte von Robert L. Freedman // Musik und Gesangstexte von Steven Lutvak // Nach dem Roman Israel Rank von Roy Horniman // Deutsche Fassung von Daniel Große Boyman Leitung Besetzung

16. Oktober 2022 – 5. März 2023

Dauer Ca. 180 Minuten inkl. Pause

Termin anklicken, um Tagesbesetzung anzuzeigen.

Nach dem Tod seiner Mutter erfährt der junge, verarmte Monty Navarro, dass er eigentlich der Spross einer vornehmen englischen Adelsfamilie mit dem unaussprechlichen Namen D’Ysquith ist und er deshalb Lord werden könnte. Es gibt nur ein klitzekleines Problem: Innerhalb der Erbfolge stehen leider acht Kandidaten vor ihm. Nicht nur um reich zu werden, sondern auch um seine angebetete Sibella heiraten zu können, wird der sympathische Monty zum phantasievollen Gelegenheitsmörder. Alles läuft überraschend gut, bis seine mörderische Strategie plötzlich eine dramatische Wendung nimmt…


Vier Tonys, darunter als Bestes Musical, gewann A Gentleman’s Guide To Love And Murder. Das makabre Musical wurde 2012 in den USA uraufgeführt und besticht durch seinen schwarzen britischen Humor, seine liebenswert-schrulligen Figuren und seinen mitreißenden Broadway-Sound. Die mörderische Handlung rund um Monty Navarro basiert auf dem Roman Israel Rank von Roy Horniman aus dem Jahre 1907 und wurde hierzulande vor allem durch die britische Kriminalfilm-Komödie Adel verpflichtet (1949) mit Alec Guinness bekannt.

Christina Schulte, Rheinische Post, 25.09.2022

Markus Heinrich spielt acht Rollen: Das ist ein Bravourstück!

Gute Unterhaltung bot das makabre Musical „Liebe, Mord und Adelspflichten“, die am Samstag ihre gelungene Premiere im Stadttheater feierte. Wer blaublütigen Klatsch und britischen Humor mag, kommt voll auf seine Kosten.

Lieben Sie’s schräg? Dann ist „Liebe, Mord und Adelspflichten“ genau das Richtige. Die Premiere der ‚Musical Comedy‘ im Stadttheater wurde vom Publikum ausgiebig bejubelt. In flottem Tempo, mit viel britischem Humor, amüsanten Übertreibungen und unterhaltsamer Musik wird hier von Regisseur Thomas Weber-Schallauer eine bitterböse Geschichte über die britische Gesellschaft des blühenden Empire um 1900 erzählt.

Rahmen der Handlung sind die Erinnerungen des Monty Navarro. Er wurde des Mordes angeklagt und lässt im Gefängnis die Ereignisse Revue passieren. Oliver Arno, den viele schon in dem Musical „Sunset Boulevard“ gesehen haben, wird auch hier wieder seiner Rolle in jeder Hinsicht gerecht. Er sitzt mit der Feder am Rande des Geschehens und notiert; dann öffnet sich die Bühne wie der Verschluss einer altmodischen Kamera und blättert die Episoden im Leben des Aufsteigers auf. Denn Monty erfährt zu seiner Überraschung von Miss Shingle (Debra Hays), dass er ein Sproß der Adelsfamilie D’Ysquith sei – und von Titel und Vermögen des Grafen trennen ihn nur acht Erben. Monty sucht die Verbindung zu ihnen, das Schicksal greift ein: Ohne sein aktives Zutun ereilt die ganze Familie der Tod. Diese acht werden sämtlich von Markus Heinrich gespielt: Das ist ein Bravourstück, für das es immer wieder Szenenapplaus gibt.

Mal ist er ein Landadeliger mit Passion für die Fuchsjagd; zu Anfang ein bigotter Geistlicher oder auch mal ein freundlicher Geschäftsmann, dann wieder ein tuntiger Mann oder gar die äußerst üppige Lady Hyacinth D’Ysquith. Sie hat etwas sehr Energisches. Monty animiert sie zu Reisen in weit entfernte Gefilde des ausgedehnten Kolonialreichs, wo sie dann als verschollen gemeldet wird. Sehr gelungen: Bühne und viktorianische Kostüme von Siegfried E. Mayer und die Choreographie (Bridget Quinn Petzold).

Die Animierte Illustration (Peter Schmitz) des Hintergrunds erweist sich als ausgezeichnetes Mittel für die schnellen Szenenwechsel: Mit der Lady aus Fleisch und Blut verschwindet ein riesiger gezeichneter Elefant von der Bühne. Die Animation ist zugleich eine Referenz an die frühen Zeiten des Films.

Anspielungen gibt es auch reichlich in der Musik, die Giovanni Conti je nach szenischer Stimmung dirigiert. Wenn Monty Navarro eingeführt wird, klingt spanische Volksmusik durch. Wenn er seine Liebste Sibella Hallward (Rahel Antonia Wissinger) trifft, ist das im Dreivierteltakt. Und auch Phoebe D’Ysquith (Gabriela Kuhn), Schwester eines der Verblichenen, singt und bewegt sich mit Monty im selben Takt. Welcher der beiden Schönen sein Herz gehört, das soll hier nicht verraten werden.

Nur so viel: Die 2006 vom Autorenduo Robert L. Freedman und Steven Lutvak verfasste musikalische Komödie wurde 2012 uraufgeführt und heimste zahlreiche Preise ein. Sie ist eine treffsichere schwarze Geschichte, über die man sich einfach so amüsieren kann, die aber auch inhaltlich wie musikalisch viele weitere Ebenen in sich verbirgt.

Petra Diederichs, Rheinische Post, 20.09.2022

Ein Musical-Abend, der uns in dieser Zeit wohltut!

Nach dem Film „Adel verpflichtet“ entstand die Musical-Comedy „Liebe, Mord und Adelspflichten“, die das Theater ab Samstag, 24. September, zeigt. Im Mittelpunkt: ein sympathischer Mörder und seine acht Opfer.

Für Markus Heinrich wird die nächste Premiere des Musiktheaters ein Hochgeschwindigkeits-Parcours. Er muss sich in Blitzgeschwindigkeit umziehen – manchmal in 30 Sekunden. Das ist auch eine Herausforderung für die Garderobiers und die Kostümschneiderei. Deshalb werden die Kleiderwechsel in diesen Tagen akribisch geprobt und noch mancher Klettverschluss angebracht, damit es schnell geht, wenn es drauf ankommt: Das Musical „Liebe, Mord und Adelspflichten“ hat am Samstag, 24. September, Premiere im Krefelder Theater. Und Heinrich spielt darin acht verschiedene Figuren.

Schnelle Wechsel von einem Charakter zum nächsten – und in die entsprechenden Outfits – sind für Markus Heinrich nicht neu. Mehrfachrollen hat der Tenor schon früher gemeistert. Diesmal ist eine Kleinigkeit anders: Alle acht Bühnenfiguren kommen ums Leben. „So oft bin ich noch nie gestorben“, hat er gesagt. Seine Figuren sterben keines natürlichen Todes, sondern segnen auf kuriose bis absurde Weise das Zeitliche. „Das ist schon very british“, sagt Musikdramaturgin Ulrike Aistleitner, die ist ganz begeistert ist von dem Comedy-Musical, das 2013 seine Uraufführung am Broadway hatte. „Mit der deutschen Erstaufführung ist uns das Theater Detmold in der Corona-Zeit zuvorgekommen“, sagt sie.

Neu ist die Geschichte nicht. In den 1920er Jahren erschien der Roman. Der Film, der in Deutschland den Titel „Adel verpflichtet“ trägt, ist seit 1949 ein Kultklassiker schwarzen Humors – auch dank der Paraderollen für Alec Guinness, dessen Parts Markus Heinrich im Theater Krefeld Mönchengladbach übernimmt. Und auch in der amerikanischen Musicalbearbeitung von Robert L. Freedman und Steven Lutvak geht es noch ziemlich britisch dunkel zu. Vier Tonys hat das Musical geholt.

Es ist die Geschichte des jungen Monty Navarro (gespielt von Oliver Arno), der in verarmten Verhältnissen lebt und erfährt, dass er eigentlich Lord werden könnte, denn er ist Spross einer schwerreichen britischen Adelsfamilie. Er beschließt, seinen Anspruch geltend zu machen. Das einzige Problem: In der Erbfolge stehen acht Verwandte (acht Mal Markus Heinrich) vor ihm. Die muss er erstmal aus dem Weg schaffen.

Wie er das macht, und welche große Rolle der Zufall dabei spielt, zeigt das Musical auf unterhaltsame Weise. Nicht jeder Verblichene wird mit böser Absicht ermordet. „Da passieren die absurdesten Dinge. Es beginnt mit unterlassener Hilfeleistung, mal sind auch Bienen im Spiel“, erzählt Aistleitner. Das Perfide: Monty wird wegen eines Mordes verurteilt, den er nun wirklich nicht begangen hat. Am Abend vor der Hinrichtung erzählt er seine Geschichte. So beginnt der lange Theaterabend.

Für Giovanni Conti ist es ein Debüt. Er ist der neue Kapellmeister am Haus. „Liebe, Mord und Adelspflichten“ ist seine erste Aufgabe für die große Bühne. Und gleich Musical – also Swing, Pop, flotter Walzer. „Ich komme von der Klassik und habe gedacht, das sei nicht das Niveau einer Oper. Die Musik hat mir aber doch Herausforderungen geboten“, sagt der Italiener, der aus einer Musikerfamilie stammt. Er habe Spaß daran gefunden, wie die Musik Landschaften in Klang darstellt und die Temperamente der Figuren interpretiere.

Monty ist nicht nur in „Unglücksfälle“ verwickelt, sondern auch amourös verstrickt. Allerdings kann er sich nicht entscheiden zwischen der lebenslustigen, aber armen Sibella und Phoebe, die Shakespeare und Kant liest. „Die Partitur ist großartig“, findet Conti. Sibella sei musikalisch schon ziemlich bewegt, Phoebe ein eher langsamer Walzer – und Monty, der sympathische Mörder, stehe rhythmisch in der Mitte. Dem rasanten Stück, das Thomas Weber-Schallauer inszeniert, hat Siegfried E. Mayer eine Bühne eingerichtet, die sich schnell wandeln lässt – und dazu auch videotechnische Finessen eingebaut. Peter Schmitz, der schon die Comicfiguren zu „Don Pasquale“ kreiert hat, setzt diesmal animierte Illustrationen ein. „Es ist ein Abend, der uns in dieser Zeit wohltut“, verspricht Ulrike Aistleitner.

Christian Oscar Gazsi Laki, Westdeutsche Zeitung, 17.09.2022

Broadway-Musical mit schwarzem britischen Humor

Musicals gehören zum festen Programm des Gemeinschaftstheaters Krefeld und Mönchengladbach. Diese spielen in ihrer ganz eigenen Welt mit eigenen Regeln, die durchaus andere sind, als etwa bei Oper und Operette – zu Recht heißt die Musiktheatersparte des Mehrspartenhauses auch so und nicht etwa Opernsparte, ein Wort, das für das Angebot am Haus, das auch auf pure Unterhaltung setzt, zu eng wäre.

Ein Akzent ist, dass die Musiktheatersaison in Krefeld mit einem durchaus aktuellen Broadway-Stück (uraufgeführt 2012) beginnt. Mit einer leichtfüßigen, mit schwarzem britischen Humor gewürzten, „Musical Comedy“. Natürlich ist es Zufall, dass das Theater just in der Trauerzeit der „late Queen Elisabeth II.“ mit einem Stück um die Ecke kommt, das Adel, koloniales Erbe und Co. auf die Schippe nimmt. Dass die Krefeld/Mönchengladbacher aber dieses Stück überhaupt aufführen, ist kein Zufall und passt in das Bild; denn schon oft durfte auf der Bühne des Gemeinschaftstheaters „very british“ gelacht werden. Wobei wenngleich der Stoff britisch ist und sich an die Kriminalfilm- Komödie „Adel verpflichtet“ (1949) mit Alec Guinness anlehnt, ist das Musical „Liebe, Mord und Adelspflichten (A Gentleman’s Guide to Love and Murder)“ eine durchaus USamerikanische Adaption. […] (WZ+)

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