Vorstellungen in der Schulen
DAS IST ESTHER
Ein Klassenzimmerstück von Christiane Richers
Die Klasse wartet gespannt: Heute soll eine Holocaust-Überlebende zu ihnen sprechen – Esther Bauer. Doch sie erscheint nicht. Stattdessen steht plötzlich ein junger, etwas unsicherer Mann im Raum. Er stellt sich als Samuel vor, oder Sam – Esthers Enkel. Ratlosigkeit macht sich breit. Warum ist Esther nicht gekommen?
Doch auch Sam wirkt verloren. Er ringt mit sich, sucht nach Worten, spielt nervös an seinem Hemd. Es ist deutlich, dass er selbst nicht sicher ist, ob er überhaupt hier stehen sollte. Für einen Moment teilt er die Unsicherheit der Klasse – über das, was nun folgen wird, und über seine eigene Rolle in diesem Raum.
Erst als Sam seine Tasche öffnet, beginnt sich ein Bild zu formen: Alte Fotos, Tonaufnahmen, Erinnerungsstücke – Fragmente eines außergewöhnlichen Lebens. Zögernd, aber immer bestimmter, beginnt er zu erzählen.
Von seiner Oma, die als junges Mädchen im Deutschland der 1930er Jahre aufwuchs, dann in ein Konzentrationslager deportiert wurde und überlebte. Von einer Frau, die sich nicht brechen ließ und später in den USA ein neues Leben aufbaute. Sams Bewunderung für seine Großmutter ist groß – doch ebenso groß sind seine Fragen: Wie hat Esther all das ertragen? Und was bedeutet ihre Geschichte für uns heute?
Er nimmt die Klasse mit auf eine Reise in die Vergangenheit – eine Reise, die berührt,
fesselt und nachdenklich macht. Denn eines ist sicher: Esther wird nicht mehr kommen. Aber ihre Geschichte bleibt.
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