Klassenzimmerproduktionen

Um die mitunter schwierigere Hürde einer Anreise für Sie zu erleichtern und doch mit Ihrer Klasse/Kurs Theater erleben zu können, haben wir in 2021/22 gleich zwei Klassenzimmerstücke zur Auswahl, die sich mit brisanten Themen befassen und in der Klasse zu spannenden Diskussionen führen dürften. Beide Produktionen beinhalten ein Nachgepräch mit den jeweiligen Darsteller*innen.

Dreck

Sad, so nennt er sich, verkauft Rosen. Jede Nacht bricht der junge Mann auf und läuft mit einem Strauß roter Rosen von Kneipe zu Kneipe. 50 Rosen, 58 Lokale, 12 Kilometer. Sads Heimatstadt, so erzählt er, ist das irakische Basra, die er wegen des Kriegs verlassen hat. „Ich bin Deserteur. Ich wollte Deutsch lernen, nicht Krieg!“ Und nun ist er zwar endlich dort, wo man seine geliebte deutsche Sprache spricht, aber er ist illegal hier, er ist ein Araber und niemand redet mit ihm.

Sad erzählt von seinem Leben als Fremder und macht sich dabei die Ablehnung, die ihm entgegenschlägt, auf groteske Art zu Eigen. Er zieht sich die rassistischen Klischees und Stereotype an
wie einen für ihn bestimmten Anzug. – Eine Unterwerfungsgeste? Ein provokantes Spiel? Oder beißender Spott?

Hoyerswerda 1991 – Mölln 1992 – Rostock-Lichtenhagen 1992 – Solingen 1993, das waren die schlimmsten fremdenfeindlichen Pogrome und Terroranschläge im damaligen Deutschland. Ein historisches Stück ist Schneiders Monolog immer noch nicht. Robert Schneider wurde mit dem Roman Schlafes Bruder berühmt. Sein 1991 geschriebenes Monodrama Dreck wurde 1990 uraufgeführt und seitdem über 90 mal inszeniert.

ES SPIELT: Rafaat Daboul

 

 

Die weiße Rose-lebt

Die Schülerin Sophie hat, anlässlich der geplanten Schulumbenennung in Geschwister-Scholl Schule ein Stück über die letzten Minuten von Sophie und Hans Scholl, Mitglieder der Widerstandsgruppe Die Weiße Rose, geschrieben. Sie will mit ihrem Stück auch dem an der Schule entstandenen Rechtsruck entgegen wirken und sucht nun Mitspieler. Ihr Mitschüler Marlon ist schon dabei- doch wohl eher aus Interesse an Sophie als an der Geschichte, und so ganz sicher, ob das noch jemanden anspricht, ist er sich auch nicht.

Ein aktuelles Stück, das zum Teil auf den Briefen und Aufzeichnungen der Geschwister Scholl basiert, über Wachsamkeit, Mut und Engagement.

Voller Herzblut verkörpern die Darsteller*innen unseres Jugendclubs die verschiedenen Figuren und sensibilisieren so für die Thematik. Dieses Projekt von jungen Menschen für junge Menschen macht unmittelbar und niederschwellig die Bedeutung und Herausforderungen von Widerstand deutlich – damals und heute.

 

ES SPIELEN:
Mitglieder des Jugendclubs Krefeld und Mönchengladbach

 

 

 

Weitere Informationen und Buchung für beide Klassenzimmerproduktionen unter: theaterpaedagogik@theater-kr-mg.de

Niederrheintheater

Das Ensemble des Niederrheintheaters ist auch in dieser Spielzeit wieder bei uns zu Gast und wird in drei Blöcken mit zwei Produktionen auf der Studiobühne des Theaters Mönchengladbach zu erleben sein. Die Vorstellungen sind im Vormittagsbereich und beinhalten ein Nachgespräch mit den Darstellern.

GLEICH ≠ GLEICH

 

Wie soll ER sein, wie hat SIE zu sein?
Wie dürfen beide auf keinen Fall sein?
Und wann begegnet man sich endlich auf Augenhöhe?

 

Melina und Lukas streiten schon nach ihrer ersten Begegnung. Männer und Frauen sind eben grundverschieden, sie passen nicht zueinander. Dabei will Melina nicht Gleichheit, sondern Gleichberechtigung. Auf dem Höhepunkt der Eskalation wünscht sich Melina die Vormacht der Frauen und Lukas ersehnt sich die Fünfziger Jahre. Als eine virtuelle Fee erscheint und sie auffordert, beide Modelle durchzuspielen, ist das Desaster vorprogrammiert.

Mit viel Witz und Komik und unter Einbeziehung des Publikums beleuchtet das Stück die durch Erziehung, Familienhintergrund und Gesellschaft auferlegten Rollenbilder und schickt beide noch einmal zurück an den Startpunkt.

 

ES SPIELEN: Verena Bill, Michael Koenen, Nadine Schaub

Hast Du ein Bild von Dir?

Endlich hat Lara mit ihrem neuen Computer Zugang zum Internet. Ihr bester Freund Tom, der heimlich für sie schwärmt, zeigt ihr, wie die neue, aufregende virtuelle Welt funktioniert: Hier kann Lara sich ungestört neu erfinden, in andere Rollen schlüpfen, sich ausprobieren. Im Chatroom lernt sie schließlich den User „Humpert“ kennen und verliebt sich in ihn. Tom ist wütend auf Laras neuen „Freund“, an den er seine einzige echte Freundin verliert – bis seine Eifersucht in tiefe Sorge und einen schrecklichen Verdacht umschlägt.

„Hast du ein Bild von dir?“ ist ein Theaterstück, das sensibilisiert, Medien zu hinterfragen und kritisch zu betrachten. Es beleuchtet das Thema nicht nur aus Perspektive der Jugendlichen, sondern auch aus der Perspektive der Eltern und der Medien, orientiert an dem authentischen Fall eines
vermissten Mädchens.

 

ES SPIELEN: Verena Bill, Michael Koenen

 

Ansprechpartner*innen

Jugendclub

Zum Neujahrs-Auftakt laden unsere Theaterpädagoginnen Silvia Behnke und Maren Gambusch alle theaterbegeisterten Jugendlichen herzlich ein! Bei einem gemeinsamen Workshop könnt […]

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Gastronomie

Erleben Sie Ihren Theaterabend auch kulinarisch – mit einem leckeren Snack, kleinen Gerichten und ausgesuchte Weinen und Getränken. […]

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