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Musiktheater

Die Gespräche der Karmeliterinnen

Oper in drei Akten von Francis Poulenc // Libretto vom Komponisten nach der Novelle von Gertrud von Le Fort Leitung Besetzung

25. Mai 2022 – 21. Juni 2022

Dauer Ca. 170 Minuten inkl. Pause Sprache Französisch mit deutschen Übertiteln

Termin anklicken, um Tagesbesetzung anzuzeigen.

Am 17. Juli 1794 werden 16 Nonnen des Karmeliter-Ordens von Compiègne auf der Guillotine hingerichtet. Zuvor waren sie im Zuge der Französischen Revolution aus ihrem Kloster vertrieben und verhaftet worden, weil sie ihren Orden und ihren Glauben nicht aufgeben wollten. Der Zuschauer erlebt die Geschichte aus der Perspektive der Adeligen Blanche, die im Kloster Zuflucht gesucht hatte und den Weg der Nonnen mit ihnen bis zu ihrem bitteren Ende ging.

Der französische Komponist Francis Poulenc hat diese bewegende Geschichte um das Festhalten an der eigenen Überzeugung und die Angst vor dem Tod 1957 in poetische und wirkmächtige Musik gefasst. Sie ist bestechend unmittelbar und in ihren Orchesterklangfarben außergewöhnlich expressiv.

Star des Abends ist hier das Ensemble samt großartigem Chor, der an diesem Abend zeigt, was in ihm steckt. Ein alles in allem sehr überzeugender Theaterabend und ein musikalischer Leckerbissen.

Der Opernfreund zur umjubelten Premiere im Theater Krefeld im Januar 2019

DAS SAGT DIE PRESSE

Armin Kaumanns, Aachener Nachrichten, 23.05.2022

Sehr pur, sehr eindringlich, sehr mutig

Poulencs „Die Gespräche der Karmeliterinnen“ am Theater Krefeld/Mönchengladbach begeistert das Premierenpublikum.

Eins kann man festhalten: Diese „Karmeliterinnen“ fokussieren sich über ganz weite Strecken des fast dreistündigen Opernabends hinweg ausschließlich auf sich selbst, die Ordensschwestern also. […] Jede dieser Frauen, denen ihre Gottgefälligkeit durch keinerlei Accessoire äußerlich wird, verkörpert ihr eigenes persönliches Drama in Poulencs Oper. So will es am Theater Mönchengladbach die Regie der Schwestern Beverly und Rebecca Blankenship. Das ist sehr pur, sehr eindringlich, sehr mutig. Das Premierenpublikum war begeistert. Es gehört zu den Kapriolen der Pandemie am Gemeinschaftstheater Krefeld und Mönchengladbach, dass die Produktion von „Die Gespräche der Karmeliterinnen“ mehr als drei Jahre auf die Übernahme ans Gladbacher Haus warten musste. Inzwischen hat sich das Ensemble gewandelt (trotz bemerkenswerter Kontinuität im von Michael Grosse geführten Haus), was Umbesetzungen auch in einigen tragenden Partien zur Folge hat. Als Glücksfall muss man das für die Rolle der „Alten Priorin“ bezeichnen, die nun Co-Regisseurin Rebecca Blankenship mit phänomenaler Ausdruckskraft verkörpert. Ihr inzwischen brüchiger Sopran fügt sich perfekt ins Bild der „Mater Dolorosa“, der schmerzensreich Leidenden und Sterbenden in den Unbilden der Französischen Revolution, auf die die Handlung nach einer wahren Begebenheit verweist. Das ist großes Drama, auch große Oper, vor allem große darstellerische Kunst.

Das Ensemble lässt sich von diesem energetischen Zentrum anstecken. Bis in die kleinen, von Chorsängerinnen besetzten Partien, stehen hier profilierte Charaktere auf der Bühne, die die Aussage Poulencs, des spätberufenen glühenden Katholiken am Ende der 1950er Jahre, verstärken: Das letzte Mittel in Zeiten struktureller Gewalt ist das Besinnen und Beharren auf Menschlichkeit. […] Sowohl das Sänger-Ensemble als auch die Niederrheinischen Sinfoniker, die von der Hinterbühne aus unter Leitung von Generalmusikdirektor Mihkel Kütson als sehr präzise Sachwalter der Poulenc’schen Klangwelten agieren, leistet Großes.

Die Bühne weist als einziges Accessoire eine Guillotine auf, die nach und nach zentral aus dem Boden wächst. Blutrot wie die T-Shirts der Revoluzzer plakatiert sie die politischen Umstände. Die Regie kann zeigen, dass Unterdrückung sowohl ein Attribut der Feudalen wie auch der Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit-Schreier ist. Dazu wird eine Putzkolonne aus Statisten aufgeboten. Gesungen und gespielt wird in Mönchengladbach auf hohem Niveau. Sophie Witte ist eine zarte, verletzliche Blanche. Maya Blaustein gewinnt der Partie der Constance eine grandiose Fülle an Schattierungen ab. Rafael Bruck beeindruckt als Marquis. Zum bemerkenswert homogenen Chor der Schwestern fügen sich Männer- und Frauenchöre, die von der Empore das Volk verkörpern. Ziel und Höhepunkt der Oper ist das finale „Salve regina“, die Hinrichtung sämtlicher Nonnen, zu der Poulenc eine unglaubliche Musik komponierte, in der ein Holzklotz das Niedersausen des Fallbeils gespenstisch echt klangmalt. Der Gesang der Frauen erstirbt mit jedem Schlag ein Stück bis am Ende Blanche, die Hauptperson, sich dem Tod ergibt.

Dirk Richerdt, Rheinische Post, 23.05.2022

Die Nöten der Nonnen im Angesicht des Fallbeils

Unter Leitung von Mihkel Kütson und Regie der Schwestern Beverly und Rebecca Blankenship gelingt eine sehr berührende Premiere der Frauenoper „Die Gespräche der Karmeliterinnen“ von Francis Poulenc.

[…] Wegen der Pandemie fand die Übertragung der Produktion von Krefeld, wo sie im Januar 2019 vorgestellt wurde, nach Rheydt erst zwei Jahre später als geplant statt. Der Katholik Francis Poulenc ließ sich zu dem Stück durch einen Roman von Gertrud von Le Fort und ein Drehbuch seines Landsmanns Georges Bernanos inspirieren. Die amerikanisch-österreichische Regisseurin Beverly Blankenship und ihre Schwester Rebecca haben die „Karmeliterinnen“ als musikgestützte Apotheose des Märtyrertums von Frauen inszeniert. Unter den Klängen einer betörend sanften, erhaben-feierlichen Melodie, welche die Niederrheinischen Sinfoniker auf der Hinterbühne unter Leitung ihres Chefs Mihkel Kütson hingebungsvoll zelebrieren, singen die Nonnen ein letztes Salve Regina. Als Letzte folgt ihnen, den Hymnus Veni creator spiritus auf den Lippen überraschend die angstgepeinigte Adlige Blanche (Sophie Witte), die sich dem Gelübde der Schwestern erst im letzten Moment anschließt, hinter dem aufziehenden Gazeschleier der Hinterbühne hervortritt und freiwillig in den Märtyrertod geht.

Wenn die anfangs kraftvoll tönende Frauengruppe, nach jedem Aufschlag der auf den Holzblock rauschenden Klinge im Orchester, fortlaufend dezimiert wird, beschert dies den Zuschauern ein so gruseliges wie anrührendes Erlebnis. Mit immenser Einfühlsamkeit in die Nöte der Nonnen, insbesondere der seit ihrer Kindheit unter Ängsten leidenden Novizin Blanche, widmen sich die Blankenships diesem Opernstoff, dessen Libretto der Komponist selbst verfasste. Da gibt es keine rührselige Sentimentalität, vielmehr tiefes Entsetzen und Furcht bei den Opfern und unbarmherzige Brutalität der Revolutionsschergen. Im körperbetonten Spiel der Protagonisten bringen die Regie-Schwestern feministische Positionen und massive Sozialkritik am patriarchalen Feudalismus zum Ausdruck. So missbrauchen Blanche, ihr Bruder (solider Tenor: David Esteban) und ihr Vater (bestechend sonor: Rafael Brucks Bariton) die über den Boden robbende, dienstbare Putztruppe als Mobiliar zum Hinfläzen oder Abstützen. Krasses Sinnbild für den menschenverachtenden Standesdünkel der Adelskaste. […]

Mit ihren Leibern stützen die Nonnen ihre todkranke Priorin. Der Gastsängerin Rebecca Blankenship in seltener Personalunion mit der zweiten Regisseurin der Oper, gelingt es, die gegen das Sterben aufbegehrende Leiterin des Konvents auch stimmlich in ihrem Zwiespalt zwischen bedauernswerter Hinfälligkeit und energisch beanspruchter Richtlinienkompetenz überzeugend darzustellen. Neben dem lyrischen Sopran Sophie Witte, die ihre Blanche mit souverän gebändigter Verve sich apart aussingen lässt, besticht Maya Blaustein als lebensfrohe Novizin Constance mit dramatischer Impulsivität im Spiel und gut tragfähigem, gern auch exaltiertem Stimmprofil. Stefanie Kunschke und Eva Maria Günschmann gefallen in ihren Rollen als neue Priorin bzw. Novizenmeisterin. Als Mutter Marie verkörpert Günschmann die wichtigste Blutzeugin des Geschehens, das sie als einzige Überlebende später in ihrem Tagebuch anvertrauen wird. Ihr haben wir es zu verdanken, dass es diese Oper gibt – und wir nun diese großartige Aufführung mit Ovationen feiern durften.

WZ online, 28.01.2019

Berührendes und beklemmendes Schicksal

„Die Gespräche der Karmeliterinnen“ mit ihrem Finale am Schafott haben im Theater furios Premiere gefeiert.

(…) Die Ängste und Zerrissenheit der Novizin setzt Witte sehr überzeugend in ihrer Rolle um – gesanglich wie schauspielerisch. Viele Facetten des Seelenlebens der Klosterfrau werden anschaulich, können das Publikum berühren. Mit großer Ausdrucksstärke stellt Kerstin Brix das qualvolle Sterben der Priorin Madame de Croissy dar. (…) Mit ähnlicher Intensität, die von Verantwortungsgefühlen und Ängsten geprägt ist, stellen auch Janet Bartolova als neue Priorin und Eva Maria Günschmann als Novizenmeisterin Mère Marie ihre Rollen dar. Fröhlichere Momente und Lichtblicke in diesen düsteren Alltag der Karmeliterinnen bringt zu Beginn der Oper die Novizin Constance, spielerisch wie sängerisch überzeugend umgesetzt von Panagiota Sofroniadou (Mitglied im Opernstudio Niederrhein). (…) Es ist ergreifend, wenn die Karmeliterinnen singen und eine nach der anderen mit dem Klang des Fallbeils zu Boden sinkt. Nachdem auch Blanche als letzte der 16 Märtyrerinnen singend gestorben ist, wird der Bühnenraum abgedunkelt. Es herrscht eine beklemmende Atmosphäre und Stille, in der ein Applaus unangemessen erscheint. Doch dann entwickelt sich dieser in einem deutlichen Crescendo und das Premierenpublikum lässt seiner Begeisterung freien Lauf.

Dirk Richerdt, Rheinische Post, 28.01.2019

Ein klangintensives Hörereignis

(…) Das Orchester leitet Mihkel Kütson hinter einem Gazeschleier sichtbar auf der Hinterbühne. Der Orchestergraben ist geschlossen, dadurch rückt das körperbetonte Spiel der Solisten nah ans Publikum, gewinnt so an Intensität.

(…) Poulencs Musik spielt meisterhaft mit Elementen der Stilgeschichte, von der Gregorianik über neobarocke und klassische Formate bis hin zur Clarté des französischen Impressionismus. Ihr emotionaler Angang ist riesig, und Kütson gewährleistet mit erhabenem Feinsinn, dass die Niederrheinischen Sinfoniker, der Opernchor und der Damen-Extrachor ein klangintensives Hörereignis erschaffen. Unter den vielen Solistinnen dieser gruselig-schönen Frauenoper ragen die lyrische Sopranistin Sophie Witte als Novizin Blanche, Panagiota Sofroniadou (Schwester Constance) vom Opernstudio, Kerstin Brix als auch mimisch großartige Darstellerin der Priorin und Eva Maria Günschmann (Marie) eindrucksvoll hervor.

Markus Lamers, Opernfreund, 28.01.2019

Ein musikalischer Leckerbissen

(…) Star des Abends ist hier das Ensemble samt großartigem Chor, der unter der Einstudierung von Michael Preiser an diesem Abend zeigt, was in ihm steckt.

(…) In der Schlussszene, in der nach und nach eine Ordensschwester beim „Salve Regina“ verstummt, findet diese Chorleistung dann ihren Höhepunkt. Doch auch die Solisten, bis auf zwei Ausnahmen erneut komplett mit dem hauseigenen Ensemble besetzt, zeigen einmal mehr die Stärke dieses Hauses. Und irgendwie möchte man Kerstin Brix auch noch immer nicht wirklich als Gast einordnen, hat sie in Krefeld und Mönchengladbach doch schon oft das Publikum begeistert. So auch bei dieser Premiere, denn in der Rolle der Priorin sitzt nicht nur jeder Ton, nein, sie spielt hier mit einer Intensität, die ihres Gleichen sucht. So ist es nicht verwunderlich, dass das Krefelder Publikum ihr am Ende begeisternden Beifall spendet. Und auch Sophie Witte zeigt als Blanche einmal mehr, dass sie auch die ganz großen Rollen mit einer scheinbaren Leichtigkeit auf die Bühne bringen kann. Auch hierfür gab es großen Beifall. (…) Besonders erwähnenswert zweifellos noch Panagiota Sofroniadou aus dem Krefelder Opernstudio. Liebe Opernfreunde, merkt euch diesen Namen, denn wer die Novizin Soeur Constanze mit solch einem schönen Sopran versieht ist in der Ausbildung weit fortgeschritten. (…) Unter der Leitung von GMD Mihkel Kütson spielen die Niederrheinischen Symphoniker in großer 10er-Besetzung kraftvoll und intensiv, aber niemals zu laut, obwohl das Orchester bei dieser Inszenierung auf der Hinterbühne seinen Platz findet. (…) Allgemein finden die beiden Regisseurinnen immer wieder starke Bilder, die fast komplett ohne Requisiten auskommen. (…) Ein alles in allem sehr überzeugender Theaterabend und ein musikalischer Leckerbissen, den uns das Theater Krefeld hier präsentiert, auf solch einen Abend wartet man dann auch gerne ein paar Jahre länger.

Christoph Zimmermann, Der neue Merker, 27.01.2019

Eine geradezu sensationelle Chorleistung

Nach dem Verlöschen der Musik eine gebührliche Pause, dann jedoch euphorischer Beifall, wie in diesem Hause schon lange nicht mehr erlebt.

Aber in den Schlußbildern zeigt sich halt eine besondere Stärke der Inszenierung Beverly Blankenships: praktisch jede Choristin steigert sich zu einer Hauptrolle von unterschiedlichem Charakter. (…) Blankenships (jetzige) Arbeit lebt von einer sich unglaublich steigernden choreografischen Intensität. (…) Die Art, wie sich Dirigent Mihkel Kütson sogleich vehement in die Anfangstakte stürzt, den Publikumsbeifall für seinen Auftritt ignorierend, zeigt, wie stark er sich von der Partitur seit den Proben offenkundig hat fesseln lassen. Auch während der gesamten Aufführung formt er die (übrigens auf der Hinterbühne plazierten) Niederrheinischen Sinfoniker zu machtvollem, loderndem Spiel heraus, welchem es an Pianosuggestion aber nicht fehlt. (…) Sophie Witte ist eine bewegende Blanche, hingebungsvoll singend und schonungslos spielend. Als Mére Marie überzeugt Eva Maria Günschmann mit ihrem üppig blühenden, höhenstarken Mezzo, bei Janet Bartolova (Madame Lidoine) dominiert die Bühnenautorität. (…) Alle Akteure bilden, dies sei nochmals nachdrücklich betont, ein Ensemble von immenser Ausdruckskraft. Das sollte sich herumsprechen und helfen, das Haus bei den kommenden Vorstellungen angemessen zu füllen.

Pedro Obiera, O-Ton, 28.03.2019

Langanhaltender Beifall für einen eindrucksvollen Beitrag des Theaters Krefeld Mönchengladbach

(…) Das vorzügliche Ensemble hat keinerlei Probleme, sich gegen die weit im Hintergrund postierten und von Mikhel Kütson sehr aufmerksam und sängerfreundlich geführten Niederrheinischen Sinfoniker durchzusetzen.

Dennoch kann Kütson genügend Leuchtkraft und Substanz entwickeln, so dass die Qualität der schillernden Partitur zu ihrem Recht kommt. Der ebenso verdienstvollen wie zuverlässigen Sopranistin Sophie Witte als Blanche gelingt ein überzeugendes Psychogramm einer jungen Frau, die ihre Ängste am Ende überwindet. Grandios auch Kerstin Brix als alte, verbitterte Priorin Madame de Croissy. Eva Maria Günschmann bewegt sich als Novizenmeisterin Mère Marie auf gleichem Niveau. Ebenso Panagiota Sofroniadou als jugendlich optimistische Novizin Constanze. Auch die vielen kleineren Rollen sind adäquat besetzt. Langanhaltender Beifall für einen eindrucksvollen Beitrag des Theaters Krefeld Mönchengladbach.

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