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Musiktheater

Rusalka

Lyrisches Märchen in drei Akten von Antonín Dvořák // Libretto von Jaroslav Kvapil Leitung Besetzung

18. Oktober 2022 – 23. Dezember 2022

Dauer Ca. 160 Minuten mit Pause Sprache Tschechisch mit deutschen Übertiteln

Termin anklicken, um Tagesbesetzung anzuzeigen.

Die Wassernixe Rusalka will ihrer Naturwelt entfliehen, denn sie hat sich in einen Prinzen verliebt. Aber sie kann sich in der Menschenwelt nicht behaupten und auch die Liebe des Prinzen ist nicht von Bestand. Als lyrisches Märchen bezeichnen Antonín Dvořák und sein Librettist Jaroslav Kvapil ihre 1901 mit großem Erfolg uraufgeführten Oper „Rusalka„. Kunstvoll werden in diesem Werk Motive aus alten Sagen und verschiedenen literarischen Quellen, wie Hans Christian Andersens Märchen „Die kleine Seejungfrau“ oder Friedrich de la Motte Fouqués Erzählung „Undine“ miteinander verwoben. Antonín Dvořák (1841– 1904) vertonte die oft symbolistisch anmutenden Verse mit großem impressionistischem Klangzauber, aber auch spätromantischer Opulenz.

Rusalka ist ein vielschichtiges Märchen, das stark beeinflusst ist von den Erkundungen der menschlichen Psyche, wie sie Sigmund Freud Anfang des 20. Jahrhunderts betreibt. Im Handlungskern zeigt sich die Oper als ein psychologisch kraftvolles Werk und erweist sich als das spannende Seelendrama einer Frau, die um Liebe, ein selbstbestimmtes Leben und eine eigene Identität kämpft.

Das sagt die Presse

Michaela Plattenteich, Westdeutsche Zeitung, 04.10.2022

Sehr differenzierte Klangbilder, feinsinnig und leidenschaftlich zugleich

Zweieinhalb Jahre musste das Krefelder Publikum darauf warten, die Oper „Rusalka“ live auf der Bühne zu erleben. Umso erfreulicher, dass jetzt wieder einmal eine große Opernpremiere, mit allem, was dazu gehört, zu erleben war.

[…] Anders als in der Oper, wo am Ende Rusalkas Kuss dem Prinzen zum Verhängnis wird, wird sie aktiv und von der Mutter angeleitet zur Mörderin. Danach fügt sie sich ganz in ihr Schicksal, ist wieder die schwache Tochter, die sich in die Arme der Mutter flüchtet. Eine Beziehung, die einen schaudern lässt, Sigmund Freud und Alfred Hitchcock grüßen. Auch wenn es vom Text her nicht an allen Stellen logisch erscheint, wird hier konsequent eine Geschichte erzählt.

Vor allem aber, und das ist bei der Oper noch entscheidender, wird ein Abend geboten, der musikalisch kaum Wünsche offenlässt. Sophie Witte in der Titelrolle überzeugt nicht nur darstellersich, sondern auch ganz besonders mit der facettenreichen Strahlkraft ihres Soprans, Nicht nur das berühmte „Lied an den Mond“ gestaltet sie feinsinnig und sehr berührend. Ein ebenbürtiger Partner ist Milen Bozhkov als Prinz, mit lyrischer und kräftiger Tenorstimme, die aufhorchen lässt. Als Vater/Wassermann zeichnet Hayk Deinyan eine einfühlsame Charakterstudie, Eva Maria Günschmann überzeugt als Mutter zwischen Fürsorge und Dominanz. […]

Ein schön klingendes Gesangstrio ergeben Chelsea Kolic, Gabriela Kuhn und Anne Heßling als Elfen/Töchter. Die Niederrheinischen Sinfoniker unter Generalmusikdirektor Mihkel Kütson interpretieren die herrliche spätromantische Musik Dvořáks in sehr differenzierten Klangbildern, feinsinnig und leidenschaftlich zugleich. Nicht zuletzt deshalb sprang der Funke sofort über und das Publikum feierte diesen großen Opernabend mit entsprechend begeistertem Applaus.

Petra Diederichs, Rheinische Post, 04.10.2022

Eine berührende Geschichte!

[…] Als Familienaufstellung hat der Regisseur die Märchenoper konzipiert. Tatjana Ivschina hat die berückend-bedrückende Atmosphäre mit Bühne und Kostüm unterstützt. Hier entfaltet sich die berührende Geschichte einer unmöglichen Liebe, die das Publikum fast drei Stunden lang bannt und am Ende Minuten lang applaudieren lässt.

[…] Im Lied an den Mond ist endgültig klar, dass Rusalka passgenau auf die mädchenhafte Sängerin zugeschnitten ist. Wie ein zartes Leuchten in der Nacht klingt Wittes samtweicher Sopran, in dem das endlose Sehnen nach Liebe und Leben in jedem Ton schwingt. […] Ansgar Weigner versagt sich jeglichen Kitsch, vertraut auf die immense Ausdrucksstärke seiner Akteure. In wunderbaren Duetten philosophieren Vater und Tochter über Seele. […] Hayk Deinyan füllt seinen Bass mit Wärme und Besorgnis, in vielen Partien das Unglück ahnend, dass seine Tochter am Ende „vom Leben verwelkt und mit einem Fluch beladen“ ins Unglück stürzen wird. Wie ihm mitten im Satz die Stimme bricht, ist bewegend.

In Milen Bozhkov hat das Ensemble einen starken neuen Tenor. Mit heroischem Strahlen wirbt er um die Nixe – ein Prinz, der sich seiner Wirkung bewusst ist. Ganz wunderbar harmoniert er mit Witte. Beide setzen dem Abend die hellsten Glanzlichter auf – harmonisch bis in den Bühnentod, wenn Rusalka dem Prinzen das Messer in den Leib sticht.

Dass Weigner die Figuren der Hexe und der Fremden Fürstin in der Rolle der Mutter zusammenlegt, geht wunderbar auf, in dem Moment, wo sie (in der Hochzeitsnacht von Rusalka mit ihrem Prinzen) ihre erotischen Trümpfe ausspielt und der Tochter den Mann ausspannt. Eva Maria Günschmann ist schauspielerisch eine Bank und hält stimmlich mit. […] Generalmusikdirektor Mihkel Kütson entwirft mit den Niederrheinischen Sinfonikern im Graben leuchtende Landschaften. Die Naturdarstellungen, die Dvořák meisterlich einsetzt, eichen vom Wellenplätschern bis zur dynamischen Urgewalt: herrliche Kantilenen der Flöte, Wasserperlen der Harfe und Schicksalsgrollen in den tiefen Streichern und Blechbläsern.

Der große Applaus gilt auch dem gut aufgestellten Chor, Chelsea Kolic, Gabriela Kuhn und Anne Heßling (die drei Schwestern) sowie Kairschan Scholdybajew (Heger) und Susanne Seefing (Küchenjunge).

Markus Lamers, Der Opernfreund, 31.01.2022

Langanhaltende „Bravo-Rufe“ des Premierenpublikums

In Mönchengladbach feierte die Inszenierung von Ansgar Weigner nun endlich auch vor einem Publikum im Theatersaal ihre umjubelte Premiere. Und dieser Jubel fiel wahrlich lautstark aus. (…) Die Niederrheinischen Sinfoniker entwickeln unter der musikalischen Leitung von Erina Yashima einen ganz hervorragenden Klang, den man in einer solchen Intensität und Präzision pandemiebedingt lange vermissen musste. Auch der Chor des Theaters Krefeld und Mönchengladbach ist bei dieser Produktion erstmals seit vielen Monaten wieder beteiligt. Langanhaltende „Bravo-Rufe“ des Premierenpublikums galten am Ende aber vor allem den Darstellern, die an diesem Abend einmal mehr zeigten, wie stark das eigene Ensemble am Niederrhein aufgestellt ist. Am Ende steht ein großartiger Opernabend, den man jedem Opernfreund wärmstens empfehlen kann.

Christian Oscar Gazsi Laki, Westdeutsche Zeitung, 17.03.2020

Der Clou der Inszenierung von Weigner ist die Geschichte zu psychologisieren

Tatjana Ivschinas Ausstattung changiert auf schöne Weise zwischen einem Realismus, der dennoch die Lücke offenlässt für eine fantasievolle Aufladung und einer gewissen – fast ein bisschen surrealistischen – Ambiguität. Der Clou der Inszenierung von Weigner ist in der Tat die Geschichte zu psychologisieren.

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