Abschiede vom Theater
Zum Ende der Saison muss das Publikum einigen bekannten Gesichtern Lebewohl sagen – aber nicht unbedingt für immer.
Mit dem Ende einer Theatersaison sind meistens Abschiede verknüpft: Das Publikum muss Ensemblemitgliedern Adieu sagen, die es seit vielen Jahren kennt und die es in vielen verschiedenen Rollen oder Partien auf der Bühne erlebt hat. Nach dem letzten
Tag der Saison 2025/26 beschreiten auch wieder einige Künstlerinnen und Künstler des
Theaters Krefeld und Mönchengladbach neue Wege und brechen ihre Zelte am Niederrhein ab.
Aus der Sparte Schauspiel verabschieden sich Marie Eick-Kerssenbrock, die seit 2024/25 am Gemeinschaftstheater engagiert war, und Nicolas Schwarzbürger, der 2022/23 ans Theater wechselte. Marie Eick-Kerssenbrock begeisterte nicht nur das Publikum, sondern überzeugte auch die Jury der Sparkassen-Kulturstiftung, die sie im September 2025 mit dem Joachim-Fontheim-Preis auszeichnete – einem Preis, der zur Förderung des künstlerischen Nachwuchses ins Leben gerufen wurde. Die junge Künstlerin beginnt am 1. August ihr festes Engagement im Schauspielensemble der Bühnen Bern in der Schweiz, wo sie als erstes in Dürrenmatts Stück „Die Physiker“ zu erleben sein wird. Ihr Kollege Nicolas Schwarzbürger wird als freischaffender Schauspieler und Autor tätig sein und am Theater Krefeld und Mönchengladbach weiterhin als Gast in den Produktionen „Jeeps“ und „Cyrano de Bergerac“ spielen.
Die Ballettcompagnie verlässt Anna Jakobs, die als Tänzerin im Rahmen des Projektes Das Junge Theater engagiert war, einem spartenübergreifenden Förderprojekt für junge Nachwuchskünstlerinnen und -künstler. Die Ostbelgierin wird nach Aachen zurückkehren, um dort ihr Studium der Sprach- und Kommunikationswissenschaften fortzusetzen. Dem Tanzen wird sie aber nicht den Rücken kehren, sondern wieder im Tanzzentrum für Bewegung und Tanz in Ostbelgien trainieren.
Das Opernstudio Niederrhein, das Teil des Jungen Theaters ist, war zwei Jahre lang Heimat und Sprungbrett für Mezzosopranistin Bettina Schaeffer, Dirigent Anton Brezinka und Bariton Jeconiah Retulla. Schaeffer und Brezinka werden zunächst freischaffend arbeiten, während Retulla in den Opernchor des Theaters Krefeld und Mönchengladbach wechselt und auch als Solist auftritt.
Auch die Orchesterakademie gehört zum Jungen Theater. Hier wechselt die Flötistin Alexandra Huguet Gély ab September als Akademistin an das Bayerische Rundfunkorchester (BRSO) nach München. Außerdem gewann sie im April den 2. Preis beim Wettbewerb „Dutch International Flute Competition”. Schlagwerker Aleksander Siminov geht ebenfalls neue Wege und startet vom Niederrhein aus seine Karriere.
Gemeinsam mit Generalintendant Michael Grosse kam in der Saison 2010/11 auch seine persönliche Mitarbeiterin Regina Härtling ans Gemeinschafstheater, die seither die Kommunikation des Intendanzbüros managt. In dieser Funktion verabschiedet sie sich nun aus Altersgründen, bleibt dem Theater jedoch weiterhin als Ballettdramaturgin erhalten.
Mit einer sehr persönlichen und berührenden Abschiedsgala, gestaltet vom Musiktheaterensemble, wurde Opernsänger und Publikumsliebling Hayk Deinyan nun in den Ruhestand verabschiedet. Der in Armenien geborene Bass mit der markanten Stimme und dem großen schauspielerischen Können wird weiterhin als Gast in „La Bohème“, „Titanic – Das Musical“, „Roméo et Juliette“ und „La traviata“ auf der Bühne des Gemeinschaftstheaters stehen.
Der italienische Dirigent Giovanni Conti, der seit der Spielzeit 2022/23 als Kapellmeister am Theater Krefeld und Mönchengladbach das Team um GMD Mihkel Kütson verstärkt und die Niederrheinischen Sinfoniker leidenschaftlich durch zahlreiche Opern, Musicals und Sinfoniekonzerte geführt hat, wechselt zur Spielzeit 2026/27 an die Deutsche Oper Berlin.