Ballett

KRMG.tanz 4

GETANZTE BILDER // Ballettabend von Robert North // Musik von Christopher Benstead // Uraufführung Leitung Besetzung

19. März 2026 – 12. Juli 2026

ca. 1 Stunde 30 Minuten inklusive Pause

Vorstellungen

Dieser Abend vereint zwei Choreografien, die auf unterschiedliche Weise von bildender Kunst inspiriert sind. Beide entstanden in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Christopher Benstead, aus dessen Feder auch die fesselnden Ballettmusiken zu Carmen und Mata Hari stammen.

Die erste Choreografie mit dem Titel “Expressionismus”, eine Neukreation, entführt in die reizvolle Bildwelt des deutschen Expressionismus bis hin zu Neuer Sachlichkeit und Surrealismus. Intensive Farben, überzeichnete Konturen und markante Formen, wie man sie bei August Macke, Otto Dix, Emil Nolde und vielen anderen findet, sind Ausdruck der subjektiven Sichtweise und des individuellen Erlebens der Künstler. Von einigen Gemälden fühlt sich Robert North zu tänzerischer Interpretation angeregt, zumal sich in den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts auch der Ausdruckstanz als expressionistische Kunstform entwickelt, etwa bei Mary Wigman, und die eigenen Emotionen in den Mittelpunkt rückt.

Die Idee zu der Choreografie “Farbenspiel” fand der Choreograf in geometrischen Musterbildern der englischen Malerin Bridget Riley (*1931), die den Betrachter durch kontrastreiche oder subtil abgestufte Farbskalen faszinieren. Diese Choreografie wurde 1983 in London unter dem Titel Colour Moves uraufgeführt und war 2017 in Krefeld und Mönchengladbach in einer Neufassung für großes Orchester zu erleben.

NEU:Physical Introduction” zu KRMG.tanz 4: 8. März 2026, 17 Uhr, Theater Mönchengladbach (Studio)

“Physical Introduction” vor der Ballettpremiere bietet Zuschauern jeden Alters unabhängig von eigener Tanzerfahrung eine einzigartige Gelegenheit, sich körperlich auf das Tanzerlebnis einzustimmen. Körper und Geist werden aktiviert, um die Sinne zu schärfen und eine tiefere Verbindung zur darauffolgenden Aufführung herzustellen. Dieses Programm schafft eine bewusste Vorbereitung, die das Erlebnis der Ballettvorstellung intensiviert und den Genuss für jeden Teilnehmer erhöht.

Wir bitten darum, für die Physical Introduction Socken zu tragen, und empfehlen bequeme Kleidung, in der man sich gut und gerne bewegt. Umkleidemöglichkeiten abseits der Toiletten sind nicht vorhanden.

Die Teilnehmerzahl ist aus Platzgründen begrenzt und die Teilnahme nur mit einer gültigen Eintrittskarte zur Premiere möglich. Anmeldungen per E-Mail bitte bis eine Woche vor der Premiere unter silvia.behnke@theater-kr-mg.de

Einführungen am 14. März, 19. März und 29. April, jeweils 18.45 Uhr im Theaterbistro

Angela Wilms-Adrians | Rheinische Post Mönchengladbach | 11. März 2026

Wenn Gemälde tanzen und die Sense schwingt

Leichtigkeit und Anmut, harmonische Farben und heitere Klänge: Diese Eindrücke prägen den Anfang der Choreografie „Expressionismus“ von Robert North. Inspiriert ist das ausdrucksvolle Zusammenspiel von Tanz, Musik, Ausstattung und Licht durch August Mackes Gemälde „Promenade“. Die Szene auf der großen Bühne im Theater Mönchengladbach ist der Einstieg in eine großartig entfaltete Erzählung – die auch von menschlichen Lastern, Krieg und Tod berichtet. (…)

Das Ballettensemble des Theaters Mönchengladbach entfaltete die Begegnung von bildender Kunst und Tanz dynamisch, dramatisch, mitunter bewusst überzeichnend und mit mitreißender Ausdruckskraft. Die lyrischen Momente des Anfangs prallen auf grotesk anmutende Ausdrucksformen und dunkle Szenen. Vor der auf die Bühnenwand projizierten Abbildung von Otto Dix‘ Gemälde „Die Sieben Todsünden“ finden Tänzerinnen und Tänzer wiederholt zur bildlich vorgegebenen Figurenkonstellation zusammen, um sich daraus in skurril anmutenden Prozessionen zu reihen oder raumgreifend zu agieren. (…)

Kraftvoll und in unheimlich wirkender Präsenz tanzt Teresa Levrini Max Ernsts diabolischen „Engel des Hauses“. Der Bühnenboden scheint sich unter ihren Sprüngen blutrot zu färben. Der Auftritt der surrealen Figur des Bösen leitet den Übergang ein zu zunehmend dunklen Bildern. Die Uraufführung endet im packenden Ensembleauftritt vor der unheimlichen, beherrschenden Projektion des Bildes „Widmung an Oskar Panizza“ von George Grosz.

Sebastian Engel dirigiert die Niederrheinischen Sinfoniker durch eine auch musikalisch ungemein farbig servierte Aufführung. Das Orchester kontrastiert die Heiterkeit des Anfangs mit aufwühlenden, getriebenen Partien und dunklen Klangfarben für Krieg und Gewalt. Es symbolisiert den Trommelschlag des Krieges. Udo Hesses Bühnenbild und die den Gemälden nachempfundenen Kostüme unterstreichen eindrucksvoll den grandiosen Gesamteindruck. (…)

Das „Farbenspiel“ im zweiten Teil entführt in eine vollkommen andere Welt. Es stellt dem dramatischen Auftakt eine abstrakte Darstellung von Befindlichkeiten und Beziehungen gegenüber. (…) Auch hier überzeugt das Orchester zur Musik des Komponisten Benstead. Das Premierenpublikum feierte den Ballettabend stehend, mit begeistertem, mehrminütigem Beifall.

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