Ballett

KRMG.tanz 5

DER SANDMANN / SHIFT.ER.S // Choreografien von Boris Randzio und Hugo Viera // Musik von Ryuichi Sakamoto & Alva Noto, Animal Collective, Heinrich Ignaz Franz Biber, Lou Reed, Wolfgang von Schweinitz / Ludwig Göransson, Dirk Maassen, Max Richter, Travis Lake, Christophe Zurfluh // Uraufführungen Leitung Besetzung

12. Juni 2026 – 17. Dezember 2026

ca. 1 Stunde 45 Minuten inkl. Pause

Vorstellungen

Termin anklicken, um Tagesbesetzung anzuzeigen.

E.T.A. Hoffmanns fantastische Erzählung Der Sandmann fand mehrfach den Weg auf die Bühne, man denke nur an Offenbachs Oper Hoffmanns Erzählungen und Leo Délibes Ballett Coppélia. 2026 feiern wir den 250. Geburtstag des Dichters.
Boris Randzio setzt sich tänzerisch mit diesem Stoff auseinander und richtet den Fokus auf das Schicksal Nathanaels, der seinem übermächtigen Gegenspieler Spalanzani nicht zu entkommen vermag. Nathanael verliebt sich in Olimpia, dieses scheinbar perfekte, aber emotionslose Geschöpf Spalanzanis. Gefangen in dieser Faszination ist er für Clara und seine Freunde nicht mehr erreichbar und verliert sich selbst.
Zur Zeit der Romantik und Industrialisierung sahen sich die Menschen unheimlichen, bedrohlichen Kräften ausgesetzt. Und heute? In der Geschichte vom Sandmann spiegeln sich auch Aspekte und Fragen unseres modernen Lebens. Wie gehen wir mit den Verlockungen künstlicher Intelligenz und virtueller Welten um, fragen wir nach den ethischen Grenzen der Wissenschaft, lassen wir die Manipulation unserer Gefühle zu?

“shift.er.s” ist eine Abkürzung, die drei miteinander verbundene Konzepte umfasst: einen “Shift” (Verlagerung), der eine bedeutende Veränderung oder Transformation bezeichnet; einen “Shifter”, der die Person oder Kraft darstellt, die diese Veränderung initiiert oder vorantreibt; und “Shifters”, die die kollektive Gruppe von Menschen oder Elementen repräsentieren, die an der laufenden Transformation beteiligt sind oder von ihr betroffen sind, und dabei sowohl den Akt als auch die Akteure des Wandels im größeren Kontext hervorheben.
Hugo Viera spürt in seiner assoziativen Choreografie der transformativen Kraft der Bewegung nach, welche die Metamorphose des Menschen bewirkt. Der Choreograf verbindet die Eleganz des klassischen Balletts mit der ausdrucksstarken Freiheit des modernen Tanzes und fängt kunstvoll Momente des Erwachsens, der Verletzlichkeit und Widerstandsfähigkeit ein. Jede Tänzerin und jeder Tänzer verkörpert das Fließende der Veränderung. Wir erleben die Metamorphose des Menschen nicht nur als physisches Phänomen, sondern als emotionale Pilgerreise, die tief in uns nachhallt.

NEU:Physical Introduction” zu KRMG.tanz 5: 23. Mai 2026, 18.30 Uhr, Theater Krefeld (Filmbühne)

“Physical Introduction” vor der Ballettpremiere bietet Zuschauern jeden Alters unabhängig von eigener Tanzerfahrung eine einzigartige Gelegenheit, sich körperlich auf das Tanzerlebnis einzustimmen. Körper und Geist werden aktiviert, um die Sinne zu schärfen und eine tiefere Verbindung zur darauffolgenden Aufführung herzustellen. Dieses Programm schafft eine bewusste Vorbereitung, die das Erlebnis der Ballettvorstellung intensiviert und den Genuss für jeden Teilnehmer erhöht.

Wir bitten darum, für die Physical Introduction Socken zu tragen, und empfehlen bequeme Kleidung, in der man sich gut und gerne bewegt. Umkleidemöglichkeiten abseits der Toiletten sind nicht vorhanden.

Die Teilnehmerzahl ist aus Platzgründen begrenzt und die Teilnahme nur mit einer gültigen Eintrittskarte zur Premiere möglich. Anmeldungen per E-Mail bitte bis eine Woche vor der Premiere unter silvia.behnke@theater-kr-mg.de

Einführungen am 28. Mai, 12. Juni und 24. Juni, jeweils 18.45 Uhr im Glasfoyer

Christian Oskar Gazsi Laki | Westdeutsche Zeitung | 26. Mai 2026

So fühlt sich der „Shift“ in der Ballettsparte an

Der „Shift“ ist in vollem Gange. Und für die Tanzkunst in Krefeld ist es eine kleine Sensation. Der „Shift“ beeindruckt nicht nur in der Choreografie von Hugo Vieras „Shift.er.s“ (…) „Shift“, gedeutet als Veränderung, Wandel in einem System, ein Prozess der Neuordnung, findet nicht nur in Vieras Arbeit, sondern aktuell auch massiv in der Ballettsparte des Theaters Krefeld und Mönchengladbach statt. Besser hätte man also Zeit und Ort für diese Uraufführung nicht wählen können. Denn sie markiert den „Shift“ in eine neue Ära. (…) Die Compagnie hat auf mehr als überzeugende Weise bewiesen, dass sie sozusagen – um im Bilde zu bleiben – beide „Shifts“, beide stilistische Verschiebungen adaptieren konnte. Oft an der Grenze zum zeitgenössischen Tanz. Und das ist für das Gemeinschaftstheater ein enormer – wichtiger – Schritt. Sowohl in kraftvollen Soli und Duetten als auch in „Der Sandmann“ durch wunderbare, organisch komponierte und sich in Lösung und Auflösung, Form und Formlosigkeit verschiebende Akzente des Corps de Ballet. Es gelang den jeweiligen Akteuren der Compagnie, die abstrahierte Bewegungskunst in der Arbeit Vieras genauso zu treffen wie die sich postmodern aus klassischen Ballett-Elementen und vielen stilistischen Puzzlestücken zusammensetzende tänzerische Vielfalt in der Einheit in Boris Randzios „Handlungsballett“.

Zusammengehalten werden übrigens beide Arbeiten durch ein jeweils perfekt passendes minimalistisches Bühnenbild von Harald Stieger. (…) Randzios „Der Sandmann“ zeichnet in unterschiedlich „gestimmten“ Szenen durch eine gezielte Wahl der jeweils passenden tänzerischen und inszenatorischen Mittel die Geschichte der Hauptfigur Nathanael. Von Bewegungsmustern, die aus dem klassischen Ballett abgeleitet und transformiert sind, über Einflüsse aus der Pop-Kultur – etwa um eine Art der Ausgelassenheit und Natürlichkeit zu akzentuieren – bis hin zu Spitzentanz: in dem Moment, wo die künstliche Schönheit, die Maschinen-Frau Olimpia (perfekt getanzt von Eleonora Viliani) die Szenerie dominiert. Tänzer Radoslaw Rusiecki vermag dabei als Hauptfigur Nathanael die inneren Bewegungen der Seele des mehr und mehr verführten und verunsicherten Jungen zu spiegeln. Begeistert mit schauspielerischer Tiefe und tänzerischer Raffinesse. Hin- und hergerissen zwischen dem wunderbar dämonischen Spalanzani (famos: Alessandro Borghesani) und seiner Verlobten Clara (Jessica Gillo) entfaltet sich ein Seelenbild. Es gibt große Einfälle Randzios, wie das Einsetzen von erzählender Sprache, um das Publikum durch die Geschichte und das „Innere“ der Hauptfigur zu lotsen. (…) Ganz groß auch die Szene mit Vater (Andrii Gavryshkiv) und „Sandmann“, bei der mit einer beweglichen Lampe Licht ins Dunkel hinter den alchemistischen Machenschaften gebracht wird. Gerade in solchen Momenten zeigt sich Randzios Gespür für fast filmische Szenen, für doppelbödige Ästhetiken, die gerne mit Melancholie und Zerrissenheit zwischen kindlicher und metaphysischer Sicht spielen.

Wahrhaft metaphysisch wird es freilich bei dem zweiten Teil des Abends, der wie eine etwas spröde choreografische Studie über eine philosophische Auseinandersetzung wirken könnte, wäre er nicht unfassbar atmosphärisch und voller Poesie. (…) „Shift.er.s“ von Hugo Viera beginnt mit Gedanken über die Bedeutungsebenen von „Shift“, über die Eigenschaften dieses Prozesses, wenn sich eine Veränderung anbahnt. Mit Sprache. Zunächst wird nicht getanzt. Schauspieler Henning Kallweit schreitet „Zirkelschlüsse“ einer begrifflichen Annäherung ab und begibt sich schließlich auf einen Stapel von schrägen Elementen, die auch die massive Rückwand bilden. Wie ein „Rufer in der Wüste“. Tänzerin Kotori Sasago wird sich aus einer Position des Liegens auf dem Boden emporarbeiten zu einem atemberaubenden Solo. Bewegungen, die vertraut und neu wirken. Zwischen Auslotung von Grenze und Gegendruck, Spannung und Auflösung. Hier wirken ihre ausdrucksstarken Muster wie Reminiszenzen von Kampfkunst, dort wie Gesten einer noch zu entschlüsselnden tänzerischen Geheimsprache. Tänzer Marko Matic betritt die Bühne und es entwickelt sich ein „Shift“, bei dem später im Duett Bewegungen zwischen beiden Akteuren „übertragen“, überlagert werden. (…) Ganz zum Schluss offenbart das Bühnenbild seine ganze „Schönheit“. Zuvor im Kunstnebel entwickelte sich ein Sog, der immer intensiver auf das atemlos bewundernde Publikum einwirkte. Jenes schien schon sehr von beiden Uraufführungen angetan. Wobei bei „Shift.er.s“ man das Gefühl nicht verleugnen konnte, dass es eine gewisse Spaltung im Publikum gab – zwischen übergroßer Euphorie bei etlichen und einer gewissen Skepsis bei wenigen, was man da eigentlich genau gesehen habe. Darauf gibt es vielleicht eine Antwort: Große Kunst!

Isabel Mankas-Fuest | Rheinische Post Krefeld | 26. Mai 2026

Zwei Uraufführungen an einem Abend

(…) Möchte man etwas Verbindendes über den Abend sagen, so führen beide Tanzstücke auf den Menschen in seiner Komplexität zurück. Beide Stücke zeigen Schicksale auf ihrem Lebensweg. Sie erzählen von Einsamkeit, Liebe, Tod und der Sehnsucht nach Sinnhaftigkeit. (…)

Der Berliner Choreograf Boris Randzio hat „Der Sandmann“ in der Uraufführung für das Theater Krefeld Mönchengladbach choreografisch und ausschnitthaft adaptiert. (…) Zu Beginn des Stücks steht er da, Nathanael (wunderbar passend besetzt Radoslaw Rusiecki), er blickt fragend ins Publikum, während die Ich-Erzählerstimme (gesprochen von Boris Randzio) aus dem Off einen Brief vorliest. (…) Als sich der Vorhang hebt, kommen Clara (großartig verkörpert von Jessica Gillo), Nathanaels erste Liebe und Schwester seines besten Freundes Lothar (leidenschaftlich getanzt von Stefano Vangelista) auf ihn zu. Das Geschwisterpaar versprüht Leichtigkeit und pure Lebensfreude, die auch in ihren eleganten und farbenfrohen Kostümen (Louise Flanagan) aufgegriffen wird. Das Ballettensemble befindet sich nun ebenfalls auf der schlichten schwarzen Bühne (Harald Stieger), Leuchtröhren erhellen und strukturieren den Raum. Im Verlaufe des Abends verändert sich das Farblicht, mal sonnendurchflutet, mal bedrohlich rot leuchtend. Die Tänzergruppe bewegt sich durch den Raum, der zunächst bodennahe und dann raumgreifende Tanz beeindruckt. Frauen und Männer tanzen auf Spitze und bewegen sich in lyrisch-eleganten Formationen, die teilweise durch zackige Bewegungen aufgebrochen werden. Auch die Musikauswahl ist facettenreich. (…) Boris Randzio beleuchtet die Beziehung zu Clara in einem eindrucksvollen Duett, immer wieder werden innige Momente durch kraftvolle und abrupte Armbewegungen gestört und überlagern den ausgelassenen Tanz. Als eine weitere Nebenfigur in Erscheinung tritt, wird klar, was oder wer die Liebe zwischen Clara und Nathanael stört. Es ist Spalanzani (souverän und voller Spielfreude Alessandro Borghesani), Nathanaels Professor und Erfinder von Olimpia (kühl und wunderschön Eleonora Viliani), einer täuschend echten Puppe. (…) Ihr Spitzentanz ist präzise und ihre Mimik angsteinflößend. Den Höhepunkt bildet schließlich die Geschichte vom Tod von Nathanaels Vater, hier verdichten sich Text und Tanz zu einem spannungsvollen Ganzen. (…)

Hugo Vieras Stück „Shift.er.s“ ist ganz in der Gegenwart angekommen. (…) Auch der zweite Teil des Abends steht in enger Verbindung zur gesprochenen Sprache. Diesmal ertönt sie nicht aus dem Off, sondern wird in Präsenz von Schauspieler Henning Kallweit gesprochen. (…) Im Zentrum des Stücks steht das ergreifende Duett zwischen der Tänzerin Kotori Sasago und dem Tänzer Marko Matic – ihre Bewegungen zeugen von dem tiefen Wunsch nach Nähe und der Furcht vor Ablehnung. Sasagos Körper zittert, während Matic auf sie zukommt, sie berührt, hält und hebt. Mal tanzen sie zusammen, mal jeder für sich allein. Gebannt folgt der Zuschauer jedem ihrer Schritte, so klar und authentisch. (…) „Shift.er.s“ regt zum Nachdenken darüber an, wie sich der Mensch als Individuum in einer stetig verändernden Welt verhält. (…) Auch der Doppelabend markiert einen Shift – einen Wandel in eine neue Ära für die Tanzsparte am Theater Krefeld Mönchengladbach und zeigt zwei Gastchoreografen in zwei Uraufführungen. Das Publikum zeigt sich begeistert von dem Doppelabend und applaudiert voller Anerkennung.

Hannah Emami | tanznetz | 25. Mai 2026

Die Crux mit den Übergängen

(…) Mit Boris Randzio und Hugo Viera gestalten nun vorerst zwei Gastchoreografen einen Doppelabend voll selektiver Beschäftigung mit schwarzer Romantik in bunten Farben auf der einen Seite und ehrlicher Auseinandersetzung mit Veränderung auf der anderen.

Den Anfang macht ein schauerlicher Klassiker: E.T.A. Hoffmanns Novelle ist mittlerweile über 200 Jahre alt, in ihrer Dichte ungemein vielschichtig und könnte problemlos einen ganzen Abend füllen. Boris Randzio macht es auftragsgemäß kurz und ausschnitthaft (…) Dabei sind viele Themen und Aspekte von Nathanaels Lebens- und Leidensgeschichte eigentlich hochaktuell. Es geht um mentale Gesundheit, um die (ungesund endende) Faszination für anthropomorphe technische Errungenschaften – hier lange vor Siri und KI in Gestalt einer (zu) perfekten Frauen-Puppe. (…) Die tänzerische Handschrift wirkt, von Atmung und Wellenformen geprägt, recht zeitgenössisch, mag sich vom klassischen Geschlechter-Binarismus dann aber doch nicht trennen. (…) Gut herausgearbeitet hingegen wird durch die Performance von Jessica Gillo und Eleonora Viliani der so wichtige Unterschied zwischen Claras warmer Lebhaftigkeit und Puppenfrau Olimpias kalter Perfektion. Auch Nathanaels schwankende Dynamik, herzlich bei der einen, begierig bei der anderen Partnerin, trifft Radoslaw Rusiecki gut. Obwohl die tänzerische Darstellung des Ensembles im neuen Stil gelingt, fehlt dem Stück eine schlüssige Gesamtdramaturgie. Das kann auch der gelegentlich vorgelesene Originaltext nicht richten.

Das zweite Stück „Shift.er.s“ des Choreografen Hugo Viera erkundet Veränderungen, die nicht plötzlich, sondern kontinuierlich passieren. (…) Kotori Sasago und Marko Matic suchen in Soli und Duetten nach Prozessen der Veränderung. Der Schauspieler Henning Kallweit spricht dazu live die Texte (…) Die beiden Körper bewegen sich konzentriert und vollkommen aufeinander gerichtet. Aus gegenseitiger Resonanz entstehen Wellen, pulsierend übertragen sich die Stimmungen in den Zuschauerraum. Eine Geschichte wird hier nicht erzählt, stattdessen entsteht ein Raum für vieldeutige Reflexionen. „Shift ist kein Fehler im System. Er ist das System. In Bewegung.“ Der Text wirkt wie eine Anspielung auf die Veränderungen an diesem Theater. (…)

Markus Lamers | Der Opernfreund | 25. Mai 2026

Krefeld, Ballett: „Der Sandmann“, Boris Randzio / „shift.er.s“, Hugo Viera

(…) Die Erzählung „Der Sandmann“ von E.T.A. Hoffmann ist über 200 Jahre alt. Mit ihr kam Boris Randzio erstmals als Schullektüre in Berührung. (…) In seiner Arbeit für das Theater Krefeld und Mönchengladbach setzt sich der Choreograf nun tänzerisch mit dem Stoff auseinander. (…)

Grundkenntnisse der Geschichte sind für Zuschauer allerdings sehr hilfreich, um tiefer in die Choreografie abtauchen zu können. Doch auch ohne diese wird Nathanaels ursprüngliche Liebe zu Clara auf der Bühne nachvollziehbar dargestellt (…) Eine Besonderheit dieser Choreografie ist, dass neben der Musik auch gesprochene Texte verwendet werden. Dies ist gleich zu Beginn des Abends der Fall. Einige Zuschauer sind sichtlich verwirrt, wenngleich Radoslaw Rusiecki zu den Auszügen aus dem Sandmann, von Boris Randzio atmosphärisch eingesprochen, eine starke tänzerische Leistung auf die Bühne bringt, die sich zudem von Szene zu Szene steigert. Das ist ganz große Tanzkunst. (…) In den beiden weiblichen Hauptrollen wissen Jessica Gillo als Clara und Eleonora Viliani als Olimpia zu überzeugen. Stefano Vangelista tanzt leidenschaftlich in der Rolle des Lothar, während Alessandro Borghesani einen stellenweise angsteinflößenden Spalanzani verkörpert. Geschickt setzt Boris Randzio auch immer wieder die gesamt Ballettcompagnie in großen Gruppenszenen ein. (…)

Insgesamt ist „Der Sandmann“ anders als vieles, was man in den letzten Jahren vom Ballett des Theaters Krefeld und Mönchengladbach gesehen hat. (…) Dies galt, um es vorwegzunehmen, auch für den zweiten Teil des Abends. (…) Mit dem Erlöschen der Saalbeleuchtung beginnt Henning Kallweit einen längeren Monolog, in dem es um die Veränderung durch permanente kleine Bewegungen geht: „Shift ist kein Ereignis. Es ist ein Prozess…“ (…) Vor diesem Hintergrund schuf Hugo Viera eine Choreografie für einen Tänzer und eine Tänzerin (…) Zunächst steht Kotori Sasago allein auf der Bühne und bewegt sich zu akustischen Geräuschen. Später kommt Marko Matic hinzu und die Geräusche machen der Musik Platz. Mal tanzen beide gemeinsam, mal tanzt jeder für sich. Und doch wirkt alles von vorne bis hinten gut durchdacht. (…)

Am Ende des Abends steht, wie bereits erwähnt, großer Jubel (…) Eine Besucherin fasste es beim Verlassen des Theaters wie folgt zusammen: „Das war ganz anders als erwartet, aber es war richtig toll.“ (…)

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