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Schauspiel

Drei Schwestern

Von Anton Tschechow Leitung Besetzung

28. Mai 2022 – 23. April 2023

Dauer 2 Stunden 55 Minuten, eine Pause

„Life is what happens to you while you are busy making other plans“, schrieb John Lennon 1980 in einem seiner letzten Songs. Das ist, was den Schwestern Olga, Mascha und Irina in Tschechows berühmtem, im Jahr 1900 geschriebenem Stück passiert. Jahrein, jahraus sehnen die drei sich nach Moskau, nach Moskau …, sie sehnen sich nach dem wahren Leben – und in all der Zeit geschieht es ihnen, das Leben, als wäre es ohne ihr Zutun.


In der öden Provinzstadt, in die es sie einst verschlagen hat, weil ihr Vater, der General, dorthin versetzt wurde, sind die Offiziere, die in ihrem Haus verkehren, noch die bei weitem gebildetsten und feinsten Menschen. Aber es ist nicht die Provinzstadt, es sind nicht ihre Bewohner, die die drei Schwestern unglücklich machen. Es ist die Zeit, die immerzu verstreicht, es ist die fehlende Antwort auf die Frage: „Wie sollen wir leben?“ Und der Menschenkenner Tschechow, der als Dichter und als Arzt gelebt und gelernt hat, konfrontiert uns mit dieser Frage auf seine zauberhafte Weise, so, dass man nie weiß, ob man jetzt lachen oder heulen soll.

Sigrid Blomen-Rademacher, RP Mönchengladbach 29.3.2022

Gelungene Premiere der „Drei Schwestern“

Ein Dutzend Figuren steht, gehüllt in bunte Kleider […] reglos auf der Bühne. Die Darsteller bilden einen Kreis und werden von der Drehbühne langsam und stetig bewegt. […] Das Thema Stillstand und Bewegung zog sich wie ein roter Faden durch die Premiere von Anton Tschechows Stück „Die drei Schwestern“ im Theater Mönchengladbach. Was 1900, als Tschechow das Stück schrieb, ungewöhnlich war: Es gibt keinen Handlungsbogen. In vier Akten wird die Situation der drei Schwestern geschildert, die fast bewegungsunfähig eingebettet sind in ihr Geflecht von Beziehungen […]. Es geht um das Leben an sich in einem Strom vergehender Zeit, […] um die scheinbar unstillbare Sehnsucht nach einem Zuhause […]. Es geht um Liebe, Zugehörigkeit, Schmerz, Abschied, […] um die Frage nach dem richtigen Leben. „Bald werden wir wissen, warum wir leben und warum das so weh tut“, hoffen die drei Schwestern, deren individuelle Facetten von Ester Keil, Jannike Schubert und Katharina Kurschat auf den Punkt gebracht werden. Das Stück hat tragische Elemente, ohne eine Tragödie zu sein, es hat komische Elemente, ohne eine Komödie zu sein. Dedi Baron hat all diese Facetten geschickt in ihre Inszenierung eingebaut. Neben der Schwere der existenziellen Fragen ist auch Leichtes zu sehen […]. Dedi Baron […] hat auf den Angriff auf die Ukraine reagiert. Ein flammender Appell gegen den Krieg bricht aus Michael Grosse während seiner kurzen Rolle als Direktor der Landverwaltung, Ferapont. […] „Wir feiern nicht den Welttag des Theaters, unser erster Feiertag wird der erste Tag nach dem Krieg sein.“ […] Das Publikum reagierte spontan mit heftigem Applaus. Überhaupt ist das Stück in diesen Tagen ohne den Bezug zu dem Krieg kaum lesbar […]. Das Bühnenbild bleibt eine fast malerische Augenweide: Da verwandeln sich die opulenten Kleider […] mittels vom Bühnenhimmel hängender Kleiderbügel und Glühbirnen in Lampenschirme. […] Am Ende der Premiere hörte man jede Menge Applaus […].

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