Schauspiel

Der kleine Horrorladen

(Little Shop of Horrors) Musical von Howard Ashman (Buch und Liedertexte) // Musik von Alan Menken // nach dem Film von Roger Corman // Drehbuch von Charles Griffith // Deutsch von Michael Kunze Leitung Besetzung

16. Oktober 2026 – 4. Juli 2027

Vorstellungen

Der Blumenladen von Mr. Mushnik läuft miserabel. Als er seinen Angestellten Seymour und Audrey ankündigt, schließen zu müssen, zeigt Seymour ihm ein exotisches Gewächs, das er seit Wochen ins-geheim hegt und pflegt. Eine fleischfressende Pflanze, die in keinem Bestimmungsbuch zu finden ist. Und kaum steht sie im Schaufenster, kommen auch schon neugierige Kunden. Das Geschäft brummt. Aber nur Seymour weiß um das dunkle Geheimnis der Pflanze. Sie frisst keine Fliegen, keine Mäuse, sie will Blut. Menschliches Blut. Was Seymour nicht weiß: Wie unersättlich die Pflanze ist.

Der kleine Horrorladen ist ein mitreißendes Musical voller schwarzem Humor. Es geht zurück auf Roger Cormans B-Movie von 1960, The Little Shop of Horrors (u.a. mit Jack Nicholson), das als schräge Hor-rorkomödie Furore machte. Das Musical von Ashman und Menken kam 1982 am New Yorker Off-Broadway heraus und wurde zum Hit. Und der auf dem Musical basierende Film von Frank Oz (1986) wurde zum weltweiten Kino-Geheimtipp.

Mit freundlicher Unterstützung durch die Sparkasse Krefeld

Von Petra Diederichs 21.06.2026, RP Krefeld

Der kleine Horrorladen – ein schrecklich schönes Vergnügen

“Es dauert keine 20 Minuten bis mindestens die Hälfte des Publikums im ausverkauften Theater verliebt ist in dieses kleine grüne Etwas. Wenn es den Kopf dreht, sein Mäulchen öffnet und die weißen Stummelzähnchen sichtbar werden, ist es auch schwer, sich seinem Muppets-Charme zu widersetzen. Auch wenn alle wissen, dass die Geschichte böse ausgeht – man wird sich ja wohl noch hinreißen lassen dürfen. (…) Doch mit der Niedlichkeit ist es vorbei, als die Pflanze zu sprechen beginnt. Sie fordert Blut. Mit einer an Marius Müller-Westernhagen erinnernden Singstimme (Adrian Linke) wird sie zum Mephisto, der zunächst alle Widersacher Seymours verputzt – aber dabei soll es nicht bleiben. Pflanze Audrey will die Weltherrschaft.

Regisseur Kay Neumann und Monika Frenz (Bühne und Kostüme) haben eine bunte Welt erschaffen, die den Augen bei jedem Blick neue Details bietet und dabei dem durchweg großartig spielenden, singenden und tanzenden Ensemble prächtig dient. Julian Culemann als ahnungsloser Züchter des teuflischen Grünzeugs vollzieht die Entwicklung zum Beinahe-Helden, der die Welt ein wenig gerechter macht. Der elternlos Aufgewachsene ist überglücklich, als sein Boss Mushnik (gar nicht so fies: Michael Ophelders) ihn adoptiert – aber er opfert ihn, als er dessen gewissenlose Gier erkennt. Mutig rettet er seine Audrey (Liv Wagener) zuerst vor dem brutalen Zahnarzt (Cornelius Gebert in einer coolen Parodie auf einen Junkie-Zahnarzt) und dann aus dem Maul der Pflanze. (…) Wie für Liv Wagener geschrieben, scheint die Figur der kleinen Angestellten mit dem großen Traum vom kleinen Glück mit kleinem Häuschen, Häkelgardinen und Dosenwürstchen, die sie mit Herz und Charme füllt. Eine frische Mischung aus antikem Chor, der die immer wieder plötzlich auftaucht, und einer 50er-Jahre-Girl-Band bilden Carolin Schupa, Esther Keil und Marie Eick-Kerssenbrock mit makellosem dreistimmigem Gesang und kesser Sohle im Swing-Stil.”

Von Ute Büchter-Römer, 21.06.2026, WZ Krefeld

„Der kleine Horrorladen“ begeistert Publikum in Krefeld

“Mit jeder Szene, die im städtisch amerikanischen Down-Town spielt, mit Andeutungen einfacher Holzbauten und maroder Industrie im Bühnenbild-Hintergrund, wird die Pflanze größer. Sie wächst zu einem Monster heran, das Seymour auch so benennt und sich selbst zuletzt auch. Nur er weiß um den Grund des Erfolges.

Als sich Seymor durch einen Biss der Pflanze verletzt, erklärt diese ihm, dass sie Blut zu trinken wünsche, sie benötige immer wieder neues Blut. Bald hat Seymour alle Finger verbunden, es reicht aber nicht. Mit Mord und Tricks verfüttert er zunächst Orin an die Pflanze, dann Mr. Mushnik. Schließlich gerät Audrey in den Schlund der Pflanze und, obwohl Seymour sie retten konnte, stirbt sie in seinen Armen. Der Ironie, der Satire liegt doch ein bitterer Ernst zugrunde. Nur das Monster oder der sich des Monsters bedient mit allen Folgen, kann reich werden. Die Liebe, die Menschen bleiben auf der Strecke. (…) Das Premierenpublikum umjubelte Sänger und Sängerinnen, die Inszenierung von Kay Neumann und die Choreografie von Alla Bondarevskaja, wie das Bühnenbild von Monika Frenz. Und die Begeisterung des Publikums brachte die Wiederholung eines der Stücke.”

21.6.2026, Plotgewitter, Marc

Erst kommt das Fressen – wann kommt die Moral?

“Culemann und Wagener ließen ein paar wundervolle Soli und Duette hören, während der oft dreistimmige Gesang von Eick-Kerssenbrock, Keil und Schupa häufig für die meiste Stimmung sorgte. Beeindruckend und komisch zugleich ist es, wenn Culemann und Ophelders einen ebenso anmutigen wie leidenschaftlichen Tango aufs Parkett legen. (…)

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