„Something is rotten in the state.“
Etwas ist verdorben, faul im Staat, argwöhnt Hamlet, denn kaum ist sein Vater überraschend gestorben, heiratet sein Onkel seine Mutter, besteigt den Thron des Königreichs und verkündet eine Zeitenwende und politischen Wandel. Als Hamlet der Geist seines Vaters erscheint und Rache für seine Ermordung durch den Bruder fordert, zögert er zunächst, sucht Gewissheit. Aber die Anzeichen für ein Mordkomplott, in das auch seine Mutter verstrickt zu sein scheint, verdichten sich. Jetzt muss, jetzt will Hamlet handeln.
Doch ohne eine positive Vision von einer Welt danach, gerät Hamlets tödliches Tun zu einem von Weltschmerz durchtränkten, ziellosen Rachefeldzug gegen ein Machtsystem und dessen Repräsentanten, die ihrerseits skrupellos ihre politischen und persönlichen Interessen verfolgen und ihn zu ihrem Spielball machen wollen.
Shakespeares philosophisches Meisterwerk, in dem fast alle Figuren, inklusive Hamlet selbst, den Tod finden, reflektiert zeitlos die widersprüchlichen Optionen und die Ohnmacht des Einzelnen in einem Unrechtssystem.