3. Kammerkonzert 19/20

3. Kammerkonzert 19/20

Schöner Zufall - oder warum Werke komponiert werden

Nur selten ist bei Kompositionen der Entstehungsanlass bekannt. Oft gibt es auch gar keinen externen Auslöser. Im 3. Kammerkonzert der Niederrheinischen Sinfoniker kombinieren die Musiker des Vitusquartetts gemeinsam mit Pianistin Cecilia Franchini dagegen zwei Werke, deren Entstehungsursache exakt benannt werden kann. Sehr menschlich ist hierbei der Grund, aus dem Dmitri Schostakowitsch seine Streichquartette Nr. 9 und Nr. 10 komponierte: Es gefielt ihm nicht, dass sein Freund Mieczyslaw Weinberg mehr Streichquartette geschrieben hatte als er. Mit dem Quartett As-Dur, das im Kammerkonzert erklingt, überholte er den Freund. Interessant ist die Anordnung der Satzcharaktere: Das Quartett beginnt mit einem Andantino, es folgt ein furioses Scherzo, hierauf als Adagio eine Passacaglia, bevor ein Rondofinale als Höhepunkt das Werk abschließt.

Antonín Dvořáks 2. Klavierquintett, eines seiner wohl schönsten und meistgespielten Kammermusikwerke überhaupt, entstand dagegen der Legende nach, weil er 1887, als er durch alte Kompositionen stöberte, mit der Qualität seines so wieder ans Licht gebrachten ersten Klavierquintetts höchst unzufrieden war. Also komponierte er ein zweites Klavierquintett – in derselben Tonart und derselben Anlage und überzeugt darin mit reicher Melodik, tschechischem Idiom, üppigen Klang und meisterhafter Beherrschung der Form.

Dmitri Schostakowitsch Streichquartett Nr. 10 As-Dur op. 118
Antonín Dvořák Klavierquintett Nr. 2 A-Dur op. 81

Besetzung

In einzelnen Vorstellung kann die Besetzung varieren