Schauspiel
Liebes Publikum,
ich freue mich, Ihnen das neue Programm des Schauspiels präsentieren zu dürfen.
Wir laden Sie ein, uns auf einem Streifzug durch die verschiedensten Epochen und Genres zu begleiten: von Shakespeare zu Nora Abdel-Maksoud, von der dunklen Tragödie bis zur eindringlichen Farce.
Aber wo hört der Spaß auf, wo fängt die Tragödie an? Wo endet der Ernst und wird zur Groteske? In einer Welt, die, wie es in Hamlet heißt, aus den Fugen ist, sind die Grenzen zwischen Weinen und – mitunter verzweifeltem – Lachen nur noch schwer zu ziehen. Wenn die Welt von bösen Clowns beherrscht wird, bleibt einem das Lachen allzu oft im Hals stecken. So gesehen gibt unsere Spielzeiteröffnung ein Stück weit auch die Richtung der Spielzeit vor. Etwas ist faul im Staate Dänemark.
Und wie Shakespeares Hamlet begeben auch wir uns mit Ihnen zusammen auf die Suche nach der Antwort auf die Frage „Was tun?“ Denn das Theater ist und bleibt der Ort, an dem wir darüber nachdenken und fantasieren können, wie wir leben wollen.
Aus unterschiedlichen Blickwinkeln und mit teils einander entgegenstehenden Positionen – aber eben doch immer gemeinsam. Heiner Müller sagt, dass Hamlet zwar weiß, was er nicht will, er aber keine positive Vision hat. Deswegen kann er nicht handeln.
Lassen Sie uns gemeinsam nicht nur entdecken, was faul ist in unserem Staat. Sondern auch auf die Suche gehen nach einer Idee davon, wie das Zusammenleben der Menschen aussehen könnte.
Ich jedenfalls gebe die Hoffnung nicht auf und freue mich auf die Begegnung mit Ihnen allen im Theater!
Christoph Roos
Schauspieldirektor